„VIVA VERDI – VIVA L’OPERA“ – Festtage im Festspielhaus Bregenz

Viva Verdi/A. Princeva, E. Mazzola/ © Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis

Festtage im Festspielhaus Bregenz

VIVA VERDI – VIVA L’OPERA am 16. August 2020

Anna Princeva, Sopran 

Enrique Mazzola, Dirigent

Musiker/innen des Sinfonieorchesters St. Gallen

 

Das unter dem Motto VIVA VERDI – VIVA L’OPERA stehende Arienkonzert im Festspielhaus Bregenz bot große Oper mit kleiner Orchesterbesetzung.

Die normalerweise mit großem Orchester dargebotenen Arien und Ouvertüren wurden, den gegenwärtig herrschenden Umständen angepasst, in reduzierten Fassungen und mit kleinerer Orchesterbesetzung aufgeführt. Der Dirigent Enrique Mazzola hat diese Werke ausgewählt, wodurch neue Höreindrücke entstanden. Da früher auch kleine Opernhäuser die großen Werke aufführen wollten, entstanden diese Fassungen und ermöglichten Konzerte auch mit weniger Musizierenden.

Bregenzer Festspiele/Viva Verdi/A. Princeva/ © Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis

Die Sopranistin Anna Princeva hat für dieses Konzert sieben große und anspruchsvolle Arien von Bellini, Verdi, Bizet und Puccini ausgewählt. War bei den ersten zwei Arien aus NORMA und IL TROVATORE noch eine gewisse Zurückhaltung zu spüren, so wurde die Sängerin schon bei der Arie «Tutte le feste al tempio» aus RIGOLETTO lockerer und bot eine hervorragende Interpretation.

Ihre Vielseitigkeit konnte Anna Princeva dann auch als Violetta mit «È strano» aus LA TRAVIATA beweisen und beeindruckte mit ihrer starken Stimme. Ein weiterer Höhepunkt war die Arie «Ritorna vincitor» aus AIDA. Was für eine gefühlvolle Darbietung und was für herrliche Piani! Mit den darauffolgenden Arien aus CARMEN «Je dis que rien ne m’épouvante» und der dramatischen Szene der Cio-Cio San «Un bel di vedremo» aus MADAMA BUTTERFLY konnte Anna Princeva mit den vielen Facetten ihrer schönen Stimme das Publikum begeistern.

Zwischen den einzelnen Arien erklangen Ouvertüren aus den Opern NABUCCO, RIGOLETTO,UN BALLO IN MASCHERA, und ein Entr’acte aus CARMEN. Bei der Sinfonia Ouvertüre (1872) aus der Oper AIDA konnte man in dieser Besetzung besonders das raffiniert gekürzte Arrangement der vertrauten Melodien erleben.

Enrique Mazzola / Foto: Jean-Baptiste MILLOT

Bei Enrique Mazzola ist deutlich zu spüren, wie er seine Orchester liebt und wie viel Freude es ihm jeweils bereitet, jedem einzelnen Musiker Höchstleistungen zu entlocken und auf diese Weise einen Klangkörper von besonderer Qualität zu schaffen. Mit seinem Temperament und seiner ansteckenden Begeisterung gelang ihm dies auch jetzt wieder hervorragend mit den sehr motivierten Musikerinnen und Musikern des Sinfonieorchester St. Gallen.

Der Jubel des Publikums wurde mit der Zugabe «O mio babbino caro» aus GIANNI SCHICCI von Puccini belohnt und man darf sich jetzt schon auf die nächste Begegnung mit Anna Princeva freuen.

 

 

  • Rezension von Marco Stücklin / RED. DAS OPERNMAGAZIN-CH
  • Bregenzer Festspiele
  • Titelfoto: Bregenzer Festspiele/Viva Verdi/A. Princeva, E. Mazzola/ © Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis

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