Eine Sternstunde mit Juan Diego Flórez im Stadtcasino Basel

Stadtcasino Basel/Konzert JD Flórez-8.1.22/Foto @ Marco Stücklin

Wenn im Musiksaal des Basler Stadtcasino die Besucher mitsingen, im Takt klatschen, Standing Ovations bieten und Bravorufe den Raum füllen, muss schon ein ganz besonderer Anlass stattgefunden haben. Der Grund dafür war das Opernkonzert mit dem weltberühmten Tenor Juan Diego Flórez, welcher gemeinsam mit dem Orchestre de la Suisse Romande, unter der Leitung von Daniel Harding, ein Gastspiel gaben. (Stadtcasino Basel/8. Januar 2022)

 

 

Eröffnet wurde dieses Konzert mit vier Werken von Gioacchino Rossini. Die Ouverture zur Oper „ Il barbiere di Siviglia“ bot bereits einen temperamentvollen Auftakt.

Bereits beim ersten Auftritt von Juan Diego Flórez mit den Arien, „Deh! Tu m‘assisti amore…“ aus „Il Signor Bruschino“ und „La speranza più soave“ aus „Semiramide“ konnte man erkennen, das der Sänger in absoluter Bestform war. Es folgte die Ouvertüre zur Oper „ Wilhelm Tell“, welche zu den wohl populärsten Werken des Komponisten zählt.  Hier konnte das Orchester zusammen mit Daniel Harding aus dem vollen Schöpfen und das Publikum begeistern.

Stadtcasino Basel/Konzert JD Flórez-8.1.22/Foto @ Marco Stücklin

Es folgten zwei Arien von Gaetano Donizetti. Ein mit unglaublicher Finesse vorgetragenes „Una furtima lagrima“ aus „L‘elisir d’amore” und die wunderschöne Arie “Angelo casto e bel” aus “Il duca d’alba” welche an Innigkeit nicht zu überbieten war. Nach der Pause tauchte man mit zwei Werken von Franz Lehár in die Welt der Operette ein. “Dein ist mein ganzes Herz” aus “Das Land des Lächelns” und “Freunde das Leben ist lebenswert” aus “Giuditta. Was für eine Energie und Kraft in der Stimme.

Natürlich durfte an einem solchen Konzert ein Ausschnitt aus der Oper “Carmen” von Georges Bizet nicht fehlen. Der “Tanz der Zigeunerinnen” wurde mitreißend gespielt. “Vainement, ma bien-aimée” aus der selten gespielten Oper “Le Roi d’Ys” von Edouard Lalo eröffnete den Reigen von französischen Arien. Hier ist vor allem auch die perfekte Sprachbeherrschung zu vermerken.

Stadtcasino Basel/Konzert JD Flórez-8.1.22/Foto @ Marco Stücklin

Die Arie des Don José “La fleur que tu m’avais jetée” aus “Carmen” und die herrliche Arie “Pourquoi me réveiller” aus “Werther” von Jules Massenet, waren weitere Perlen in dieser Kette des Wohlklangs. Mit dem Intermezzo aus “Cavalleria rusticana” von Pietro Mascagni, welches einem richtig schwelgen ließ, zeigte das Orchester seine große Qualität aufs Neue. “Che gelida manina..” aus Puccini’s “La Bohème” beendete den offiziellen Teil.

Daniel Harding und das Orchestre de la Suisse Romande wurden genau wie der Solist verdient gefeiert. Harding leitete diesen bunten Mix aus verschiedenen Musikepochen mit großer Umsicht und man konnte auch hier erkennen, wie gut die beiden zusammen harmonierten.

Stadtcasino Basel/Konzert JD Flórez-8.1.22/Foto @ Marco Stücklin

Natürlich kann man das Publikum welches mit Jubel nicht zurückhielt, nicht ohne Zugaben entlassen und gerade darin ist Juan Diego Flórez ein Meister. Sobald er die Bühne mit seiner Gitarre betritt, macht sich eine ganz intime Stimmung im Saal breit und man staunt immer wieder über die Energie, welcher nach einem so anspruchsvollen Arienprogramm, vorhanden ist. “Core N’grato”, “Auld Lang Syne”, “Guantanamera” vom Publikum mitgesungen und “Cucurrucucu Paloma”

Als dann nochmals der Dirigent erscheint und mit “Torna a Surriento” und “Nessun dorma” zwei weitere großartig gesungene Werke erklingen, gab es kein halten mehr. Überzeugt einer Sternstunde des Gesangs beigewohnt zu haben, verließ man beglückt den Konzertsaal.

 

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