Foto Xin Peng Wang: @Maria-Helena Buckley

Xin Peng Wangs neues Handlungsballett „Faust“ feiert Uraufführung Premiere am 13. Februar 2016 im Opernhaus Dortmund

Ballett Dortmund / Logo
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Die Uraufführung von Dortmunds Ballettdirektor, Xin Peng Wang, wird am Samstag, 13. Februar 2016, um 19.30 Uhr im Opernhaus Dortmund stattfinden. Mit Musik von Henryk Mikołaj Górecki, Michael Daugherty, Bryce Dressner, Igor Wakhevitch und Super Flu, dem Bühnenbild von Frank Fellmann, den Kostümen von Bernd Skodzig sowie nach dem Konzept von Christian Baier, Chefdramaturg des Ballett Dortmund stellt Wang Fragen wieviel Gewissen nötig sei, um alles zu wissen? Wieviel Verantwortung nimmt der wissende Mensch auf sich? Wieviel vermag der Mensch zu ertragen?  

Geraume Zeit schon beschäftigt sich Dortmunds Ballettdirektor Xin Peng Wang mit Goethes Epochalwerk FAUST. Die Legenden, Goethes vielschichtiges Drama, aber auch die jüngsten weltpolitischen und wissenschaftlichen Entwicklungen, der überbordende Irrationalismus, der nach Jahrhunderten der
Erkenntnissuche und dem Streben nach weltumfassender Toleranz zu neuen Glaubenskriegen führt, fließen ein in sein aktuelles Handlungsballett.

Alles Wissen hat Faust erworben, doch es befriedigt ihn nicht mehr.
Theologie, Philosophie, Medizin, Rechtsprechung – er hat’s studiert und dennoch fühlt er sich als Tor, geprellt um die letzte Erkenntnis. Es sind die großen, die wirklichen Geheimnisse, die es zu ergründen gilt. Faust will zum Urgrund vorstoßen, dort wo Glückseligkeit und Verderben deckungsgleich sind, wo die Dunkelzonen alles Seins ausgeleuchtet werden. Mit welchem Recht? Zu welchem Zweck?

 

Xin Peng Wang / Foty by www.theaterdo.de
Xin Peng Wang / Foty by www.theaterdo.de

In gewaltige Bilderwelten entführt Xin Peng Wang das Publikum. Die naive Ikonographie des Mittelalters kollidiert mit virtueller Zeichensetzung.

Hat es ihn tatsächlich gegeben, einen Doktor Johann Faustus? Oder ist er bloß eine fiktive Testperson in der Versuchsanordnung, die wir Geschichte nennen, erdacht zur Warnung für all jene, die über den Tellerrand ihrer Zeit hinaus blicken und die großen Rätsel lösen wollen? Auf jeden Fall ist Faust ein Symbol für die Wende vom abergläubischen Mittelalter zur wissenschaftsgläubigen Neuzeit. In den sechzig Jahren, die Faust auf der Erde weilt, passiert viel: Columbus entdeckt Amerika, der Halleysche Komet
erscheint am Himmel und versetzt die Menschheit in Untergangsstimmung. Wahrsager und Sterndeuter haben Hochkonjunktur. Kriege leeren die Staatskassen, und die Herrscher Europas dingen Alchemisten, die aus Metall Gold herstellen sollen. Gleichzeitig wird das Schwarzpulver erfunden und liefert die Grundlage für neue Waffensysteme. Koordinaten verschieben,
Werte wandeln sich.
Und so sagte man bereits vor 580 Jahren den heute so häufig gebrauchten Satz, dass die Welt aus den Fugen geraten sei. Schwarzmagier, Wunderdoktor, Scharlatan. An vielen Orten Deutschlands taucht Faust auf. Stadtchroniken erwähnen ihn. Von den einen wird er als Weiser verehrt, von den anderen der
übelsten Taten bezichtigt, mit Bann belegt, diffamiert und denunziert.
Fünfzig Jahre seines Dichterlebens beschäftigt sich Goethe mit der Figur. Vom Puppenspiel zum Menschheitsdrama lässt er ihn zum Sinnbild menschlichen Strebens nach Erkenntnis werden und sich dabei immer tiefer, immer auswegloser in Schuld verstricken. Und Mephisto, der „Geist, der stets verneint“, weicht ihm nicht von der Seite. Denn mit Gott hat der Teufel gewettet, dass es ihm gelingen wird, den Wissensdurstigen vom rechten Pfad abzubringen.

*Titelfoto: Foto Xin Peng Wang: @Maria-Helena Buckley

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