STAATSOPER IM SCHILLER THEATER BEI NACHT/ FOTO (C) THOMAS BARTILLA

Staatsoper Berlin – INFEKTION! Festival für Neues Musiktheater: Fortsetzung des Salvatore Sciarrino-Schwerpunkts mit »Luci mie traditrici«

Jürgen Flimm, / Foto @ Staatsoper Berlin / THOMAS BARTILLA
Jürgen Flimm, / Foto @ Staatsoper Berlin / THOMAS BARTILLA

INFEKTION! Festival für Neues Musiktheater: Fortsetzung des Salvatore Sciarrino-Schwerpunkts mit »Luci mie traditrici« in der Regie von Jürgen Flimm ab 10. Juli


Ab 10. Juli wird Jürgen Flimms Inszenierung von Salvatore Sciarrinos »Luci mie traditrici« an fünf Abenden auf der großen Bühne des Schiller Theaters gezeigt werden und einen Schwerpunkt beim diesjährigen Festival für Neues Musiktheater INFEKTION! bilden. Die Staatsoper Berlin setzt damit nach Produktionen von »Macbeth« (2014), »Lohengrin« (2014), »Vanitas« (2013) und »Infinito Nero« (2010) ihre intensive Beschäftigung mit dem Musiktheaterwerk des italienischen Komponisten fort.

Die Koproduktion mit dem Teatro Comunale di Bologna, die bei der italienischen Erstaufführung am 14. Juni von Publikum und Presse gleichermaßen gefeiert wurde, ist hier in gleicher Sängerbesetzung rund um Katharina Kammerloher als Gräfin und Otto Katzameier als Graf zu erleben. Die Staatskapelle Berlin spielt unter der musikalischen Leitung von David Robert Coleman, der bereits bei Sciarrinos »Macbeth« auf der Baustelle der Staatsoper Unter den Linden dirigiert hat.

Salvatore Sciarrino, 1947 in Palermo geboren, gilt als Meister intensiver musikalischer Ausdrucksformen und der extremen Gefühlszustände, dargestellt in einer oft filigranen doch ebenso suggestiven Klangsprache. Liebe, Hass, Eifersucht und Wahnsinn, die »klassischen« Themen der Oper, stehen auch im Zentrum seiner 1998 bei den Festspielen in Schwetzingen uraufgeführten zweiaktigen Kammeroper »Luci mie traditrici« (Meine verräterischen Augen), die Sciarrino selbst als »Renaissance der Musiktragödie« bezeichnete. Als Vorlage für sein Musiktheater diente ihm ein Drama von Giacinto Andrea Cicognini aus dem 17. Jahrhundert, das sich auf die wahre Geschichte des berühmten Madrigal-Komponisten Carlo Gesualdo bezieht, der seine Frau und deren Liebhaber 1590 ermordete. Sciarrino entwickelte aus diesem historischen Geschehen heraus ein feingliedriges Kammerspiel, in welchem nicht so sehr die äußere Handlung als vielmehr das pathologisch sezierte Innenleben der Figuren zum Träger der Musik wird. Dabei entstehen musikalische Psychogramme, die zeigen, wie Liebe als Leidenschaft zum Leiden an der Liebe wird.

Als Graf Malaspina konnte mit Bassbariton Otto Katzameier ein wahrer Sciarrino-Kenner gewonnen werden, der bereits zahlreiche CD-Einspielungen von Werken Sciarrinos aufgenommen hat und für den der Komponist seine Opern »Macbeth« und »Da gelo a gelo«, sowie den Orchesterliederzyklus »Quaderno di strada« eigens geschrieben hat. Otto Katzameier zur Seite steht als Gräfin Malaspina die Mezzosopranistin Katharina Kammerloher, langjähriges Ensemblemitglied der Berliner Staatsoper. Ergänzt wird das Ensemble durch Lena Haselmann (L’Ospite) und Christian Oldenburg (Un Servo) sowie Mitglieder des Staatsopern-Kinderchores.

Für die Inszenierung von Jürgen Flimm entwarf Annette Murschetz einen Raum, der das Ehedrama und die klaustrophobische Enge, aus der Hypersensibilität und Paranoia entstehen, auch auf visueller Ebene spürbar werden lässt. Für die Kostüme zeichnet Birgit Wentsch, Kostümdirektorin der Staatsoper, verantwortlich, das Licht gestaltete Irene Selka.

Eine Einführungsveranstaltung von Referentin Prof. Dr. Camilla Bork findet in Zusammenarbeit mit dem Istituto Italiano di Cultura Berlino am 3. Juli um 11 Uhr im Italienischen Kulturinstitut statt. Der Eintritt ist frei. Dort wird auch eine Ausstellung zu den Sciarrino-Produktionen der Berliner Staatsoper gezeigt werden, die im Anschluss im Gläsernen Foyer des Schiller Theaters zu sehen ist.

Besucher der Vorstellungen von »Luci mie traditrici« am 12. und 16. Juli können mit ihren Eintrittskarten am gleichen Tag im Anschluss auch die Vorstellung um 21:00 Uhr in der Werkstatt besuchen. Es steht ein begrenztes Platzkontingent zur Verfügung, Freikarten erhalten Sie gegen Vorlage bzw. Kopie Ihrer Eintrittskarte für die Hauptbühne an der Theaterkasse im Schiller Theater, in der Ticket-Box auf dem Bebelbplatz sowie per E-Mail an TICKETS@STAATSOPER-BERLIN.DE.

LUCI MIE TRADITRICI
Oper in zwei Akten von Salvatore Sciarrino
Text von Salvatore Sciarrino nach Giacinto Andrea Cicognini
Premiere am 10. Juli 2016 um 19:30 Uhr
Weitere Termine : 12., 13., 15. und 16. Juli 2016
Staatsoper im Schiller Theater

Eine Werkeinführung findet 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn statt.

Tickets sowie weitere Informationen unter Telefon 030 20 35 45 55  und www.staatsoper-berlin.

»Luci mie traditrici« ist eine Produktion in Zusammenarbeit mit dem Teatro Comunale di Bologna. Die Produktion wird unterstützt von der Rudolf Augstein Stiftung. In Kooperation mit dem Istituto Italiano di Cultura Berlino

#infektion2016

*Titelfoto: STAATSOPER IM SCHILLER THEATER BEI NACHT/ FOTO (C) THOMAS BARTILLA

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