STAATSOPER IM SCHILLER THEATER BEI NACHT/ FOTO (C) THOMAS BARTILLA

Staatsoper Berlin: Giacomo Puccini’s MADAMA BUTTERFLY – Aufführung vom 25.3.2017

Foto @ DAS OPERNMAGAZIN
Foto @ DAS OPERNMAGAZIN

Um es direkt vorweg zu nehmen: Oksana Dyka in der Rolle der unglücklichen Cio-Cio-San, genannt Butterfly, war hinreißend. Ihre Darstellung, die sie mit feinen Gesten und eindrucksvoller Mimik untermalte, und ihre gesangliche Leistung wurden zu einem Opernereignis. Demzufolge geriet die letzte Butterfly-Aufführung in dieser Spielzeit in der Staatsoper Berlin zu einem ganz besonderen Opernabend, voller musikalischer und szenischer Höhepunkte.

Die seit 1991 gespielte und jetzt nunmehr die 109. und gleichzeitig letzte Spielzeitvorstellung, der Oper Madama Butterfly, wurde vom Publikum am Ende begeistert gefeiert und mit vielen Bravorufen bedacht. Diese Inszenierung hielt sich erfreulicherweise an die vom Komponisten Giacomo Puccini vorgegebene Zeitangabe, die er mit „Nagasaki um 1900“ angibt. Und so passten Kostüme, Bühnenbild und Bühnenhintergrund (Peter Sykora) ideal zur Geschichte um die unglückliche junge Geisha, die sich in einen amerikanischen Marinesoldaten verliebt hat und mit ihm die Ehe nach japanischem Ritual eingeht. Für den US-Soldaten nur ein Spiel, für Butterfly der Beginn einer Tragödie. Einer Tragödie, die Puccini mit einer Musik ausgestattet hat, welche die Menschen immer wieder tief ergreift und die mit zum schönsten gehört, was die Kunstform Oper zu bieten hat.

Eine Aufführung der Madama Butterfly steht und fällt natürlich mit der Besetzung der Titelpartie. In Berlin konnte man mit der Ukrainerin Oksana Dyka eine überaus erfahrene Sopranistin für diese Rolle verpflichten. Wie anfangs beschrieben, meisterte sie die Klippen dieser schwierigen Partie mit ihrem kräftigen Sopran überragend. Insbesondere das Finale der Oper – als Butterfly erkennen muss wie sehr sie betrogen wurde – ist, wie auch ihr berühmtes „Un bel die vedremo„, zu einem der emotionalen Höhepunkte der Aufführung geworden. Die Klagen der Butterfly und ihr anschließender Freitod am Ende der Oper gingen unter die Haut. Bravo Oksana Dyka!

Staatsoper Berlin /Madama Butterfly/ Foto @ Monika Rittershaus
Staatsoper Berlin /Madama Butterfly/ Foto @ Monika Rittershaus

Ihr zur Seite die großartige Mezzosopranistin Katharina Kammerloher als Dienerin Suzuki. Für mich eine der überzeugendsten „Suzukis„, die ich jemals gehört und gesehen habe. Auch sie erhielt, völlig zu Recht, am Ende viele Bravos der anwesenden Opernfans.

Als B.F. Pinkerton konnte der rumänische Tenor Teodor Ilincai in einer seiner Paraderollen mit glänzen. Kräftig und voller Strahlkraft interpretierte er den leichtfertigen amerikanischen Soldaten, der erst am Ende begreift, was er angerichtet hat. Berührend das große Liebesduett Duett mit ihm und Oksana Dyka (als Butterfly) zum Ende des ersten Akts.

Alfredo Daza als Konsul Sharpless gestaltete diese anspruchsvolle Baritonpartie sehr überzeugend und glaubhaft. Insgesamt ein hohes sängerisches Niveau, welches sich durch das gesamte Ensemble, bis in die kleinsten Rollen zog. Der Staatsopernchor wieder einmal großartig, überzeugend und absolut souverän einstudiert von Frank Flade.

Die Staatskapelle Berlin spielte, unter der musikalischen Leitung von Eun Sun Kim,  gefühlvoll, expressiv und leidenschaftlich. Das war bester Puccini!

*Fazit: Ein hochemotionaler Opernabend in der Staatsoper Berlin. 

*Besprochene Aufführung: 109. Vorstellung, Samstag, 25. März 2017 / © Detlef Obens – DAS OPERNMAGAZIN

*Homepage Staatsoper Berlin

*Titelfoto: STAATSOPER IM SCHILLER THEATER BEI NACHT/ FOTO (C) THOMAS BARTILLA

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