Saarländisches Staatstheater/Außenansicht/ Foto ©Martin Kaufhold

Saarbrücken: Zwei Opernpremieren an einem Wochenende – „Croesus“ und „Salome“ am 13.+14. April

Saarländisches Staatstheater/Großes Haus-Zuschauersaal/ Foto ©Martin Kaufhold
Saarländisches Staatstheater/Großes Haus-Zuschauersaal/ Foto © Martin Kaufhold

Mitte April feiert das Saarländische Staatstheater gleich zwei Opernpremieren an einem Wochenende: In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Saar kommt am Freitag, 13. April Reinhard Keisers „Croesus“ auf die Bühne der Alten Feuerwache, einen Tag später – Samstag, 14. April – hebt sich im Großen Haus der Premierenvorhang für Richard Strauss` Musikdrama „Salome“ in einer Inszenierung von Jakob Peters-Messer.

 

Nachfolgend die Einführungen in beide Neuproduktionen:

 

CROESUS/ Foto ©Martin Kaufhold
CROESUS/ Foto © Martin Kaufhold

CROESUS JUNGE STIMMEN
Oper von Reinhard Keiser

Eine Kooperation mit der Hochschule für Musik Saar

Premiere Freitag, 13. April 2018

»Bin ich Krösus?« sagt, wer sein Geldsäckel hüten will. Croesus war der sagenhaft reiche letzte König des antiken Lydierreiches, er legte sich mit den mächtigen Persern an.

Oper war zur Zeit des Barock Teil der höfischen Kultur und somit Adelskreisen vorbehalten. In der freien und Hansestadt Hamburg aber leisteten sich wohlhabende Bürger ein Opernhaus. Die »Oper am Gänsemarkt« erlebte ab dem ausgehenden 17.Jahrhundert mit Komponisten wie Reinhard Keiser (1674- 1739) eine Blütezeit. Und der schrieb den Hamburgern das Dramma musicale in drei Akten »Der hochmütige, gestürzte und wieder erhabene Croesus«, uraufgeführt 1711.

Der Titel ist schon gleich die Inhaltsangabe: Croesus ist reich, er schätzt sich glücklich und weiß mit dem extra eingeholten Orakelspruch »Niemand soll sich vor dem Tode glücklich schätzen« wenig anzufangen. Was soll ihm schon passieren? Da orakelt es noch düsterer: »Den glänzenden Kristall zerbricht ein Unglücksfall …« Croesus schlägt die Warnungen des weisen Solon in den Wind und lässt sich auf einen Krieg mit dem mächtigen Nachbarreich des Cyrus ein. Er unterliegt, wird gefangen genommen, zum Tode verurteilt. Auf dem Scheiterhaufen wird ihm klar, dass Geld und Gut ihn nicht retten können …

Eine Oper, zumal eine barocke, wäre keine Oper, ohne allerlei Verwirrspiel, Liebeshändel und Intrigen. Für reizvolle Gesangspartien braucht es mehr als zwei Kriegsherren.

Die Inszenierung von Barbara Schöne konzentriert sich auf den Kern von Aufstieg, Fall und Läuterung. Vor dem Tod sind alle gleich, und Krieg führen auch Ameisen. Wie in einem Schachspiel hat jeder Zug der Hauptakteure Auswirkung auf alle anderen im Spiel, die Festsetzung des König Croesus führt zu Chaos, Liebende verpassen sich. Und der weise Solon dreht sachte das Schicksalsrad.

Die freie Regisseurin Barbara Schöne und der Musiker Lutz Gillmann betreuen die Gemeinschaftsproduktion des Saarländischen Staatstheaters mit der Hochschule für Musik Saar.

 

CROESUS JUNGE STIMMEN
Oper von Reinhard Keiser

Eine Kooperation mit der Hochschule für Musik Saar

Musikalische Leitung Lutz Gillmann

Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme Barbara Schöne

Croesus/Weißer Bauer Gideon Henska/Ing-Jie Wen

Cyrus/Schwarzer Läufer Kyong-Mo Seong/Antonio Di Martino

Elmira/Weißer Bauer Selina Baas/Amrei Wagenführer

Atis/Weißer Bauer Diana Kantner/Katharina Brandel

Orsanes/Weißes Bauer Johannes Kruse/Elia Mergut

Eliates Yan Liu

Clerida/Schwarzes Pferd Olga Stern/Josefin Bölz

Solon/Schwarzer Turm Sebastian Gros/Natalie Jurk

Halimacus/Weißer Bauer Maria Eichler/Teresa Heiligenthal

Trigesta/Schwarzes Pferd Sung-Il Park/Raphael Lehnert

Elcius/Weißer Bauer Axel Paridon/Patrick Bullinger

Nerillus/Weißer Bauer Lisa Bebelaar/Anna Major

Schwarze Bauern Anna Bös, SeungA Ryu, Zirui Chen, Jakob Pohl, Loenie Volle, Alina Berger, Sarah Dahlem, Wiebke Neu

Schwarzer Turm Paul Hofmann

Orchester der Hochschule für Musik Saar

Premiere
Freitag, 13. April 2018 | 19:30, Alte Feuerwache


Weitere Vorstellungen
Sonntag, 15. April 2018, 18:00 Uhr

Samstag, 21. April 2018, 19:30 Uhr
Sonntag, 22. April 2018, 18:00 Uhr

 

*****

 

SALOME / Foto ©Martin Kaufhold
SALOME / Foto © Martin Kaufhold

SALOME
Musikdrama von Richard Strauss

Premiere Samstag, 14. April 2018

Er verschmäht sie. Sie erträgt die Zurückweisung nicht, fordert seinen Kopf und vergeht sich an seiner Leiche. Welch verstörendes Szenario – sexuelle Belästigung mit Todesfolge. Diese Wendung gab Oscar Wilde, und in Folge Richard Strauss, der grausamen Geschichte von Herodes, seiner Gattin Herodias, der Prinzessin Salome und Johannes, dem Täufer: Salome aIs selbstbestimmte, emanzipiert handelnde femme fatale.

Im Neuen Testament erscheint Salome als willfähriges Werkzeug der Mutter Herodias, die, beharrlich Ränke schmiedend, den Tod des Täufers will. Herodes will das nicht, stellt aber seiner Stieftochter Salome als Gegenleistung für ihren betörenden Tanz eine Art Blankoscheck aus. Er rechnet nicht damit, dass Salome beliebigen Reichtümern die Tötung des prophetisch auftretenden Johannes vorzieht.

Bei Oscar Wilde und Richard Strauss küsst Salome den auf dem Silbertablett gereichten Kopf des Johannes auf den Mund, Herodes ist entsetzt und ruft »Man töte dieses Weib!«

Oscar Wilde zeichnete in seinem Schauspiel eine dekadente Endzeitstimmung, die wohlgeordnete Welt der Antike mit den Zuständigkeiten der verschiedenen Götter in der Auseinandersetzung mit dem aufstrebenden Christentum. Wilde lässt Juden, Römer, Griechen, Ägypter am Hof des Herodes debattieren. Alles und nichts gilt.

Richard Strauss schuf in seiner Oper eine exzessive, aufgeladene Atmosphäre, stellte Erotomanie und psychische Grenzzustände ins Zentrum und traf mit diesem Abbild spätbürgerlicher Dekadenz den Nerv der Zeitgenossen vor dem ersten Weltkrieg. Die Uraufführung fand 1905 in Dresden an der Semperoper statt.

Bei Regisseur Jakob Peters-Messer steht das schwarze Verlies in der Mitte der Bühne, der keusche Heilige Johannes/Jochanaan ist ein Gefangener. Macht die Isolationshaft ihn zum prüden Fundamentalisten? In seinem Verlies verbarrikadiert er sich hinter überdimensionalen Engelsfiguren, das Eindringen von Salome können sie nicht verhindern. Sie begehrt, provoziert und erniedrigt ihn. Jochanaans Stimme ist weiterhin zu vernehmen und beunruhigt. Salomes Tanz vereinigt schließlich alle in einem surrealen Totentanz.

 

SALOME
Musikdrama von Richard Strauss

Musikalische Leitung Nicholas Milton

Inszenierung Jakob Peters-Messer

Choreographie Stijn Celis

Bühnenbild Sebastian Hannak

Kostüme Sven Bindseil

Herodes Michael Baba

Herodias Judith Braun

Salome Pauliina Linnosaari

Jochanaan Peter Schöne

Narraboth Angelos Samartzis

Ein Page der Herodias/ Ein Sklave Melina Meschkat

Erster Jude Algirdas Drevinskas

Zweiter Jude Taeksung Kwon

Dritter Jude Ansgar Matthes

Vierter Jude Won Choi

Fünfter Jude Taeyoung Kim/Jeong-Han Lee

Erster Nazarener Julian Younjin Kim

Zweiter Nazarener Michael Ivanovic

Erster Soldat Markus Jaursch

Zweiter Soldat Hiroshi Matsui

Ein Cappadocier Taeyoung Kim/Jeong-Han Lee

Saarländisches Staatsorchester

Premiere
Samstag, 14. April 2018 | 19:30, Großes Haus


Weitere Vorstellungen

Freitag, 20. April 2018, 19:30 Uhr
Mittwoch, 25. April 2018, 19:30 Uhr
Samstag, 12. Mai 2018, 19:30 Uhr
Dienstag, 15. Mai 2018, 19:30 Uhr
Freitag, 25. Mai 2018, 19:30 Uhr
Sonntag, 3. Juni 2018, 18:00 Uhr
Donnerstag, 21. Juni 2018, 19:30 Uhr

 

  • KARTEN:
    Vorverkaufskasse,
    Schillerplatz 2, 66111 Saarbrücken
    Montag bis Freitag: 10 – 18 Uhr, Samstag: 10 – 14 Uhr
    Telefon (0681) 3092-486 | Fax (0681) 3092-416 | E-Mail kasse@staatstheater.saarland
  • Titelfoto: Saarländisches Staatstheater/Außenansicht/ Foto © Martin Kaufhold

 

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