Philharmonie Essen: Programm der Spielzeit 2018/2019

  • Elīna Garanča (Foto: Karina Schwarz/DG)
    Elīna Garanča (Foto: Karina Schwarz/DG)

    Mit dem Collegium Vocale Gent ist erstmals ein Chor Residenzkünstler

  • Dreiteiliges Künstlerporträt widmet sich der Sopranistin Christiane Karg
  • Höhepunkte: Sir Simone Rattle, Sir Antonio Pappano, Elīna Garanča
  • Philippe Jaroussky

 

 

Die Philharmonie Essen setzt in der Spielzeit 2018/2019 ihre Tradition facettenreicher Residenzkünstler fort: Mit dem Collegium Vocale Gent wird nun erstmals ein Chor „Artist in Residence“ sein. Das 1970 vom belgischen Dirigenten Philippe Herreweghe gegründete Ensemble, das sich für jedes einzelne Projekt neu formiert, wird in sechs Konzerten seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Die ursprüngliche Qualität als Spezialchor für Alte Musik ist in einem Madrigalprogramm, bei einem szenischen Abend mit Werken von Johann Sebastian Bach sowie in einem Karfreitagsprogramm mit der Gambistin Hille Perl zu erleben. Markante Kontraste dazu bilden Aufführungen von Carl Orffs „Carmina Burana“ gemeinsam mit den Essener Philharmonikern, Philip Glassʾ Oper „Einstein on the Beach“ im Rahmen des Festivals für Neue Musik NOW! sowie Felix Mendelssohn Bartholdys „Elias“ mit dem Orchestre des Champs-Élysées.

Christiane Karg (Foto: Gisela Schenker)
Christiane Karg (Foto: Gisela Schenker)

Ein dreiteiliges Künstlerporträt widmet die Philharmonie Essen Christiane Karg. Die Sopranistin, die das Publikum mittlerweile an Häusern wie der New Yorker Met und der Mailänder Scala begeistert, wird neben einem Abend um Mozarts da-Ponte-Opern und einem Ravel-Programm mit den Essener Philharmonikern ein Konzert mit Thomas Quasthoff als Rezitator gestalten.

Eröffnen werden die Spielzeit Yannick Nézet-Séguin und sein Rotterdam Philharmonic Orchestra. Sir Simon Rattle ist nach seiner Berlin-Ära nun erstmals mit dem London Smyphony Orchestra, das er seit 2017 leitet, zu Gast. Den neuen Chef der Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko, kann das Publikum am Pult des Bundesjugendorchesters begrüßen. Besonders gespannt sein darf man zudem auf das Essener Debüt der jungen Litauerin Mirga Gražinytė-Tyla, die 2016 mit gerade einmal 29 Jahren Chefdirigentin des City of Birmingham Symphony Orchestra wurde. Zu den bedeutenden Dirigenten und Orchestern dieser Spielzeit gehören auch Yuri Temirkanov und die Sankt Petersburger Philharmoniker, Kent Nagano und das Orchestre Symphonique de Montréal, Valery Gergiev und das Mariinsky Orchestra sowie Sir Antonio Pappano und das Orchestra dellʾAccademia Nazionale di Santa Cecilia. Bereichert werden diese sinfonischen Höhepunkte durch namhafte Instrumentalisten wie Rudolf Buchbinder, Mikhail Pletnev, Fazıl Say, Isabelle Faust und Lisa Batiashvili.

In der Reihe „Große Stimmen“ präsentieren – neben der Porträt-Künstlerin Christiane Karg – weitere international profilierte Sängerinnen und Sänger eine bemerkenswerte programmatische Vielfalt: Unter anderem wird Franco Fagioli in einer konzertanten Aufführung von Händels „Serse“ zu erleben sein, Matthias Goerne widmet sich Schuberts „Winterreise“, Maria Agresta ist in einer Verdi-Gala gemeinsam mit den Essener Philharmonikern zu erleben, Philippe Jaroussky bringt Werke von Cavalli und Monteverdi zur Aufführung, und Elīna Garanča begibt sich auf das Terrain lyrischer Romanzen und schwelgerischer Lieder.

Inspirierende Begegnungen verspricht die „Alte Musik bei Kerzenschein“. Unter anderem werden Jordi Savall und sein Ensemble Hespèrion XXI mit einem Programm der europäischen Renaissance zu Gast sein, Christophe Rousset und Les Talens Lyriques mit Giovanni Pergolesis „Stabat Mater“. Dorothee Oberlinger spielt barocke Flötenkonzerte, und das Collegium Vocale Gent ist auch in dieser Konzertserie mit einem Programm geistlicher Madrigale von Samuel Scheidt und Johann Hermann Schein vertreten.

Collegium Vocale Gent (Foto: Michiel Hendryckx)
Collegium Vocale Gent (Foto: Michiel Hendryckx)

Vier Solo- bzw. Duo-Klavierabende sind im Abonnement „Piano Recital“ zu erleben: Erstmals sind Michael Pletnev und Pierre-Laurent Aimard mit eigenen Recitals zu Gast. Die junge Italienerin Beatrice Rana gibt ihr Debüt, während die Brüder Arthur und Lucas Jussen nach ihren jüngsten Auftritten in die Philharmonie Essen zurückkehren. Im Bereich Kammermusik stellen sich mit dem Artemis Quartett, dem Pavel Haas Quartet und dem Quatuor Diotima Streichquartette der Extraklasse vor. Daniel Hope wird das Publikum nach seiner Residency 2018/2019 auch in der kommenden Spielzeit begeistern. Sabine Meyer, Boris Giltburg und Lisa Batiashvili finden sich mit hochkarätigen Partnern zum gemeinsamen Musizieren zusammen.

Die Kuhn-Orgel wird nicht nur als Solo-Instrument, sondern in unterschiedlichsten musikalischen Kombinationen erklingen. Neben Konzerten mit Vincent Dubois, Iveta Apkalna und Christian Schmitt steht ein besonderes Jubiläum an: Zum zehnten Mal stellen internationale Orgelpreisträger ihre Fähigkeiten unter Beweis – anlässlich des Geburtstages sind ausgewählte Organisten aus den vergangenen Preisträgerkonzerten eingeladen. Zum großen Finale der Reihe steht die Orgel als instrumentaler Partner für ein außergewöhnliches Treffen bereit: Gleich zehn Essener Chöre gestalten unter dem Titel „Missa est alleluia“ eine große Chornacht mit geistlicher und weltlicher Vokalmusik.

In den Reihen „Jazz“ und „Entertainment“ darf man sich auf bekannte Namen der Szene ebenso freuen wie auf Neuentdeckungen, darunter Klaus Doldinger, Till Brönner, Max Mutzke, Gwilym Simcock, China Moses, Bugge Wesseltoft, Johanna Borchert und Cécile McLorin Salvant. Zum dritten Mal verwandelt sich der Alfried Krupp Saal in einen lateinamerikanischen Tanzclub: Die „Kubanische Nacht“ wird auch diesmal wieder ein Fest für alle Salsa-Fans.

 Intendant Hein Mulders (Foto: Volker Wiciok)
Intendant Hein Mulders (Foto: Volker Wiciok)

Mit neuem Titel präsentiert die Philharmonie Essen die Clubnächte im RWE Pavillon – ab sofort bei freiem Eintritt: „Wild Card“ ist der Joker für vielstimmige Nächte mit Überraschungen. Gemeinsam mit der interkulturellen WDR-Welle COSMO und dem Institut für Populäre Musik der Folkwang Universität der Künste bringen Live-Acts und DJs den Pavillon auf Temperatur. Darüber hinaus richtet die Philharmonie Essen in Kooperation mit dem Landesmusikrat NRW zum zweiten Mal den DJ-Wettbewerb „Reifeprüfung“ aus.

Die achte Ausgabe des Festivals für Neue Musik NOW! bietet unter dem Titel „form per form“ Werke, die von performativem Charakter unterschiedlichster Art sind. Halbszenische Aufführungen von Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ und Arnold Schönbergs Monodram „Erwartung“ sowie Philip Glassʾ Oper „Einstein on the Beach“ stehen neben Mauricio Kagels „Zwei-Mann Orchester“ sowie performativen Werken japanischer Komponisten. Bestandteil des Festivals sind darüber hinaus sieben Uraufführungen, darunter Werke von Ondřej Adámek, Carola Bauckholt, Beat Furrer und Johannes Kalitzke.

Zum vierten Mal laden die fünf Sparten der Theater und Philharmonie Essen – das Aalto-Musiktheater, die Essener Philharmoniker, das Aalto Ballett Essen, die Philharmonie Essen und das Schauspiel Essen – zu den TUP-Festtagen Kunst⁵ ein. Unter dem Motto „Rien ne va plus“ werden aufs Spiel gesetzte Schicksale dort betrachtet, wo das Spiel der Wahrheit so nahe kommt, wie nirgendwo sonst: der Bühne. Zentralen Ausdruck findet das Thema in einem gleichnamigen Mehrspartenprojekt in der Casa des Schauspiel Essen.

Unter dem Titel „Philharmonie entdecken“ bietet die Philharmonie Essen ein umfangreiches Pro-gramm für Kinder, Jugendliche und Familien an. Dazu gehören Konzerte für Babys, Kleinkinder, Kin-der und Jugendliche, Familienkonzerte, Kompositionsprojekte, Schulkonzerte mit den Essener Philharmonikern, Philharmonie-Führungen und Orgelvorführungen für Kinder, Konzerteinführungen für Kinder und Ferienworkshops. Und auch Erwachsene haben die Möglichkeit, sich intensiver mit klassischer Musik auseinanderzusetzen, etwa in den Konzerteinführungen „Die Kunst des Hörens“, durch Künstlerbegegnungen bei der Reihe „Philharmonie Debüt“, in Philharmonie-Führungen und Orgelvorführungen oder mit dem Projekt „Philharmonie trifft Universität“.

 

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  • Titelfoto: Alfried Krupp Saal Foto© PE / Frank Vinken

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