Nikolai Tokarev © FelixBroede_

Liebe, Irrsinn und Exzess – das 2. Philharmonische Konzert der Dortmunder Philharmoniker

Portrait GMD Feltz Foto:_(c)_Magdalena Spinn
Portrait GMD Feltz Foto:(c) Magdalena Spinn

Liebe, Irrsinn und Exzess: Das 2. Philharmonische Konzert am 14. und 15.11.2017  ist randvoll mit Extremen und Ekstasen. Der Tod hat immer wieder seinen Auftritt, auf die eine oder andere Weise. Ein „hoffnungs_schimmer“ im irdischen Jammertal ist bei den Dortmunder Philharmonikern unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz aber nie fern.

Für die Helden der Opern Richard Wagners erfüllt sich die Hoffnung auf Erlösung oft erst im Jenseits. Der sündige Sänger Tannhäuser, der wollüstig die Liebe auf dem Venusberg besingt, wird zum Pilger, doch Erlösung findet er nur durch das Opfer seiner geliebten Elisabeth. Tannhäuser machte Skandal. Im Konzert erklingt die kraftvolle Ouvertüre.

Emily Newton / Foto @ Shannon Langman
Emily Newton / Foto @ Shannon Langman

Und auch Wagners Tristan und Isolde war außergewöhnlich. „Vollständig gute“ Aufführungen „müssen die Leute verrückt machen“, urteilte Wagner. Kaum eine Oper konzentriert sich so sehr auf die emotionale Raserei der Liebe. Von der Oper Dortmund ergänzt die wunderbare Emily Newton das Orchester bei Vorspiel und Liebestod aus Tristan und Isolde!

Eine Entgrenzung anderer Art bietet Franz Liszts Totentanz, der schlichtweg Teufelszeug ist und für den man einen „Hexenmeister“ wie Nikolai Tokarev braucht. Der in höchsten Tönen gelobte russische Pianist hat sich inzwischen vom Jungstar zur exzellenten Künstlerpersönlichkeit entwickelt.

 

Nikolai Tokarev © FelixBroede_
Nikolai Tokarev © FelixBroede_

Zu Liszts hochvirtuosem Tanz auf dem Klavier passt Asyla von Thomas Adès hervorragend. In dieser musikalischen Irrenhaus-Visite pulsieren sinfonische Technobeats, wie sie wohl noch selten im Konzerthaus zu hören waren. Asylaist als Titel mehrdeutig. Zunächst meint der lateinische Plural von „Asylum“ im Englischen einerseits Zufluchtsstätte oder Asyl, kann andererseits aber auch ein Toll- oder Irrenhaus bezeichnen. Gerade diese Doppelbedeutung ist es, mit der Adès spielt und aus der Asylaseine faszinierende Ambivalenz bezieht.

19.15 Uhr WirStimmenEin – GMD Gabriel Feltz gibt Einblick ins Programm
NEU: im Komponistenfoyer

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Termine: 14.+15.11.2017, 20 Uhr, Konzerthaus Dortmund, 19.15 Uhr Einführung

Karten kosten zwischen 19 und 42 Euro, erhältlich an der Theaterkasse im Opernhaus, unter Tel: 0231-50 27222 oder philharmoniker.theaterdo.de

  • Titelfoto: Nikolai Tokarev © FelixBroede

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