KLANGVOKAL MUSIKFESTIVAL DORTMUND: Puccinis Oper EDGAR vom Publikum begeistert gefeiert

Foto DAS OPERNMAGAZIN / Basia Kuznik
Foto DAS OPERNMAGAZIN / Basia Kuznik

Dem KLANGVOKAL MUSIKFESTIVAL DORTMUND ist zu danken, in diesem Jahr seinem Publikum ein solch besonderes Opernjuwel präsentiert zu haben. Wer als Opernliebhaber der gestrigen konzertanten EDGAR-Aufführung im Dortmunder Konzerthaus beiwohnte, darf sich glücklich schätzen. Puccini at his best, große Stimmen, ein hochkarätiges WDR Funkhausorchester Köln und alles unter der souveränen musikalischen Leitung von Alexander Joel, einem großartigen Operndirigenten 

Lange galt der vierte Akt der Puccini-Oper EDGAR als verschollen. Bis er 2007 im Nachlaß einer Enkelin des Meisters in New York aufgetaucht ist. 2008 gab es in Turin endlich eine Aufführung des gesamten Werkes. Gestern nun dann die deutsche Erstaufführung dieser zu unrecht in Vergessenheit geratenen Oper EDGAR. Die immerwährend spannende und glutvolle Operngeschichte eines Mannes der zwischen zwei völlig unterschiedlichen Frauen steht. Auf der einen Seite die lebenslustige und oberflächliche Schönheit Tigrana und auf der anderen Seite das bescheidene Dorfmädchen Fidelia für die sich am Ende, und dann aber zu spät, der Titelheld EDGAR entscheidet. Stoff für einen Komponisten vom Range eines Puccini, daraus eine glühende, emotionale und mitreißende Oper zu erschaffen.

Eine Oper, die alles besitzt, was ein Meisterwerk besitzen muss: hinreißende Solopartien, mächtige Chöre, großes Orchester und musikalische Höhepunkte von Beginn bis zum ergreifenden Ende des Werkes. Die Solisten wurden von Puccini durchweg höchst anspruchsvoll mit glanzvollen Partien bedacht. Bei der gestrigen deutschen Uraufführung glänzten sie alle. Zusammen mit dem WDR Rundfunkchor Köln und dem Kinderchor der Chorakademie Dortmund wurde diese Aufführung zu einem gesanglichen Erlebnis. Es wird Zeit, dass diese Puccini-Oper nun endlich ihren Weg macht und in möglichst vielen Opernhäusern, nicht nur in Deutschland, inszeniert wird. EDGAR hat nun wirklich alles, was einen italienischen Opernabend in all seiner Faszination ausmacht. Und davon in Fülle!

Foto DAS OPERNMAGAZIN / Basia Kuznik
Foto DAS OPERNMAGAZIN / Basia Kuznik

Die große Partie der Fidelia sang in Dortmund die international gefragte Sopranistin Latonia Moore mit eindrucksvoller Stimme und fein gezeichneten Piani. Die Gefühlsausbrüche der unglücklich verliebten Fidelia gestalte sie ebenso eindrucksvoll wie die zarten Momente ihrer Partie. Und immer war genügend Kraft für diese großartige Künstlerin vorhanden, um auch in den verschiedenen großen Ensembles zu glänzen und krönende Spitzentöne zu präsentieren. Dies gelang auch der Sopranistin Rachele Stanisci  als Tigrana, die Puccini’s  große ,für einen Mezzosopran geschriebene, Partie so überzeugend sang, dass auch sie immer wieder zu begeistern wusste. Die italienische Sängerin war von Beginn bis zum Ende der Oper stimmlich äußerst präsent.

Der argentinische Tenor Gustavo Porta bringt alles mit, was einen wirklich guten Puccini-Tenor ausmacht. Langer Atem, große Stimme, Schmelz und die scheinbar spielerische Leichtigkeit der hohen Töne.  Auch er völlig zu recht im Zentrum des einhelligen Publikumsjubel.

Evez Abdulla sang Frank, den Bruder der Fidelia. Der aus Aserbeidschan stammende Bariton verfügt, wie alle seine gestrigen Kolleginnen und Kollegen, über eine große internationale Erfahrung. Dies war deutlich spürbar. Sehr präsent im Gesang, viel Gefühl und kraftvoll da, wo Puccini es wollte. Dies gilt ebenso für den rumänischen Bassist Bogdan Taloş , der den Gualtiero sang, den Vater der Fidelia. Talos rundete das erstklassige Sängerensemble auf der Bühne mit seinem noblen Gesang hervorragend ab.

Der WDR-Rundfunkchor war durch Robert Blank vorzüglich einstudiert, ebenso der Dortmunder Kinderchor (Chorakademie Dortmund) durch seine Leiterin Bianca Kloda.

AUSTRIA/Vienna/Alex Joel© Julia Wesely -
AUSTRIA/Vienna/Alex Joel© Julia Wesely –

Die musikalische Leitung des Abends lag bei dem in Wien ausgebildeten Dirigenten Alexander Joel in allerbesten Händen. Einem Dirigenten, dem es absolut anzumerken war, dass ihm diese Partitur ganz besonders am Herzen liegt. Er dirigierte einen Puccini allererster Güte und konnte sich, neben den Solisten und den Chören, auf ein erstklassiges WDR Funkhausorchester Köln (an der Orgel Ann-Katrin Stöcker) verlassen.

Am Ende gab es für alle Beteiligten großen Jubel, Standing Ovations und einhellige Begeisterung. Beigeisterung auch für ein lange verschollen geglaubtes Opernwerk, welches Dank dem Dortmunder Klangvokal Musikfestival am gestrigen Abend völlig verdient in die Musikwelt zurückgeholt wurde. Dieser glanzvollen konzertanten Aufführung sollten ganz schnell szenische folgen.

  • Foto DAS OPERNMAGAZIN / Basia Kuznik
    Foto DAS OPERNMAGAZIN / Basia Kuznik

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