Dortmunder Philharmoniker_Foto(c) Björn Hickmann

Dortmunder Philharmoniker: Mozart & Beethoven, ein Klaviervirtuose und eine Uraufführung – Zutaten für ein erfolgreiches Konzertrezept

Andreas Spering / Foto @ Ralf Bauer
Andreas Spering / Foto @ Ralf Bauer

In ihrem 4. Saisonkonzert 2017/18, welches unter dem Motto „schicksals_mächte“ steht, konnten die Dortmunder Philharmoniker am gestrigen Abend (23. Januar) im fast voll besetzten Konzerthaus an der Brückstrasse wieder einmal ihre große Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Unter der Leitung des Gastdirigenten Andreas Spering kam das Musikwerk des 1968 geborenen Komponisten Frank Zabel „Le suicide beau“ zur Uraufführung, anschließend großer Kontrast zu Mozarts Klavierkonzert in c-moll mit dem großartigen jungen Pianisten Alexej Gorlatch, bevor dann nach der Pause Beethovens 5. Sinfonie diesen Konzertabend beendete. Heute (24. Januar) gibt es das begeisternde Konzert ein weiteres Mal. Es sind noch einige wenige Karten erhältlich.

 

Zu Beginn kam das Musikwerk „Le suicide beau“ (Poem pour orchestre d’après Stéphane Mallarmé) des aus Lüdenscheid stammenden Komponisten und Pianisten Frank Zabel zur Uraufführung.  Die Gedichte des französischen Schriftstellers Mallarmé, einem der wichtigsten Wegbereiter der modernen Lyrik,  faszinieren Zabel schon lange. Sie in einem musikalischen Stück interpretatorisch zu verarbeiten war sein Wunsch. Am gestrigen Abend fand die Uraufführung dieses zeitgenössischen Musikwerkes statt. Mit mächtigen Klängen, auch seitens der Schlagwerke, begann die musikalische Reise durch das der Komposition zugrunde liegenden Gedichtes. In malerischen Klangfarben, in expressiven und emotionalen Ausbrüchen, aber auch in nahezu zurückgenommen Passagen, wirkte das Auftragswerk der Dortmunder Philharmoniker auf das Publikum ein. Eine Musik die zu Assoziationen beim Hörer verleiten kann, ähnlich sehr gut gemachter Filmmusik, aber auch mitunter fordernd ist. Mich hat das knapp 15-minütige Orchesterwerk berührt und auch mitgenommen auf seine thematische, durchaus auch düstere, Reise. Sicher war das nicht bei jedem der Anwesenden so, – Empfinden und Geschmack sind nun mal sehr persönliche, nicht auf jeden übertragbare,  Eindrücke -, aber sehr vereinzelte Buhrufe waren dann doch unverständlich, zumal die Philharmoniker großartig spielten. Der Komponist war bei der gestrigen Uraufführung seines „Le suicide beau“ anwesend und konnte den freundlichen Applaus des Publikums selbst entgegennehmen. Hörenswert! Eindrucksvoll!

Alexej Gorlatch / Foto @ Kaupo Kikkas
Alexej Gorlatch / Foto @ Kaupo Kikkas

Danach Mozart. Welch ein Kontrast. Sein berühmtes Klavierkonzert in c-Moll (KV 491) stand auf dem Programm. Mit dem Pianisten Alexej Gorlatch, dem vielfach ausgezeichneten und an den bedeutendsten Konzertbühnen der Welt gastierenden jungen Künstler, hatte Dortmund wieder einmal einen Solisten der Extraklasse für eines seiner Konzerte verpflichten können. Das 1786 uraufgeführte Klavierkonzert gilt als eines der ernsthaftesten und gleichzeitig auch bedeutendsten  Kompositionen des großen Meisters. Im Vorgespräch mit den Dortmunder Philharmonikern sagte Gorlatch, gefragt nach dem was Mozarts Musik besonders auszeichnet: „Das c-Moll-Konzert empfinde ich auch als besonders, weil Mozart darin sehr erzählerisch ein Gefühl von Einsamkeit ausdrückt. Und zugleich lassen sich mit Mozarts Musik auf schönen Flügeln so wunderbare Klänge erzeugen, wie es nur mit ganz wenig anderer Musik möglich ist.“ Nahezu wunderbare Klänge waren es dann auch, mit denen dieser junge Klaviervirtuose das Dortmunder Publikum verwöhnte und das ihn nur nach einer hinreißend gespielten Zugabe einer Etüde von Chopin entliess.

Nach der Pause dann Beethovens „Fünfte“. Was soll man noch über dieses geniale Werk schreiben, was noch nicht geschrieben worden ist? Kann man es überhaupt angemessen beschreiben?

Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie zählt sicher zu den bekanntesten klassischen Musikwerken aller Zeiten. Sein Anfangsmotiv, ebenso einfach wie großartig und sein Finale so mächtig wie sprachlos machend. Diese Worte mögen es beschreiben und sie verweisen damit auch auf die erneut starke und eindrucksvolle Leistung der Dortmunder Philharmoniker, die damit einen mal wieder ganz besonderen Konzertabend beschlossen. 

Gastdirigent Andreas Spering, einer der führenden Spezialisten für Alte Musik, stellte mit der eingangs erwähnten Zabel-Komposition unter Beweis, dass auch die zeitgenössische Musik eine seiner Spezialitäten ist. Er leitete das 4. Philharmonische Konzert souverän, klangstark und mächtig, und die „Fünfte“ war bei ihm in besten Händen. Das Publikum feierte seine Dortmunder Philharmoniker und ihren Gastdirigenten gleichermaßen verdient mit langanhaltendem Schlußapplaus.

 

 

  • Titelfoto: Dortmunder Philharmoniker Foto @ Björn Hickmann

 

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