Dortmunder Philharmoniker_Foto(c) Björn Hickmann

Dortmunder Philharmoniker: Emotionale und packende Klanggemälde im 6. Konzert der Saison am 7. und 8. März 2017

Charles Olivieri-Munroe Foto (c) Ivan Fodor

Zugegeben: wäre ich nicht seit vielen Jahren ein großer Fan der Dortmunder Philharmoniker, dann wäre ich es spätestens seit dem gestrigen Abend. Franz Liszt und Modest Mussorgsky standen auf dem Programm. Den berühmten „Les Préludes“ von Liszt folgte sein eher seltener gespieltes, aber sehr anspruchsvolles und packendes 2. Klavierkonzert A-Dur mit dem Solisten des Abends, Bernd Glemser. Nach der Pause die von vielen erwarteten genialen „Bilder einer Ausstellung“ vom russischen Komponisten Mussorgsky. die am Ende das Publikum im fast vollbesetzten Haus jubeln ließen. Ein tolles Programm, mit Charles Olivieri-Munroe ein Gastdirigent, der die Dortmunder Philharmoniker in nahezu mitreißender Weise zur Höchstform aufblühen und erstrahlen ließ und ein Philharmonisches Orchester, welches einer der größten Garanten dafür ist, dass Dortmund auch eine Kulturstadt von Rang ist.

Vor Beginn des Konzertes gab es, wie gewohnt, einen Einblick in das folgende Programm. Diesmal wieder  in gut verständlicher und unterhaltsamer Form vom Orchestermanager Michael Dühn vorgetragen.

Das eigentliche Konzert begann dann mit Franz Liszt’s bekannten „Les Préludes„, seiner symphonischen Dichtung, die zwischen 1848 und 1854 entstanden ist. Und schon hier deutete sich zu Beginn des Werkes bereits an, auf welch emotionalen Schienen der Zug des Abends fahren wird. Charles Olivieri-Munroe leitete die Dortmunder Philharmoniker durch alle klanglichen und gefühlsmäßigen Facetten der Préludes derart mitfühlbar, das dass Finale wirklich zu einem großen Höhepunkt geriet. 

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Im danach folgenden 2. Klavierkonzert A-Dur von Franz Liszt glänzte der Pianist und Solist des Abends, Bernd Glemser , mit seiner hochvirtuosen Kunst und seinem gefühlvollen Spiel. Das gut 30-minütige Werk, deren ursprünglich zwei Sätze in einen übergehen, stellen Solist, Orchester und Dirigenten vor eine höchst anspruchsvolle Aufgabe. Alle wussten auf ganzer Linie zu überzeugen und zu begeistern. Viel Applaus und Bravorufe für Bernd Glemser, der sich darauf mit einer Zugabe eines Klavierwerkes von Frédéric Chopin (Op. 17, Nr. 4, a-moll) beim Publikum höchst emotional bedankte und sie begeistert in die Pause entließ.

Den zweiten Teil des Abend bildete dann Modest Mussorgskys geniales und großes Orchesterwerk „Bilder einer Ausstellung„, (in der Ravel’schen Instrumentationsfassung). Immer eine besondere und herausfordernde Aufgabe für Dirigent und Orchester. Und, immer wieder auch, ein einzigartiges musikalisches und klangzauberisches Erlebnis für die Zuhörer. Auch an diesem Abend war es so. Die Dortmunder Philharmoniker in Hochform! Geleitet vom Gastdirigenten Olivieri-Munroe, der geradezu miterlebend und mitfühlend die Dortmunder Musiker durch diese „Bilderausstellung der besonderen Art“ führte bis hin zum großen letzten Bild, welches an seinem Ende die Zuhörer doch immer wieder auf so besondere Weise ergreift. Das war großartig! 

Abschließend noch einige Worte zum Programmheft: Hier ist ein Lob mal endlich mehr als angebracht. Auf höchst informative Art, aber dennoch für jedermann verständlich und lesenswert, wird dort das Programm mit seiner enthaltenden Musik beschrieben und erklärt. So eine hervorragende redaktionelle Qualität wünscht man sich immer für jedes Programmheft, überall und jederzeit. Das nur mal – und nicht nur – am Rande erwähnt.

Für den zweiten, heutigen (8.3.), Abend gibt es noch Eintrittskarten, die HIER online erhältlich sind. Absolut empfehlenswert. Leider lässt es meine Zeit nicht zu, ein zweites Mal diesem Konzert beizuwohnen. Es wäre es so wert. Ein Konzert, das packt, weil es so emotional ist und so ergreifend gespielt und von Olivieri-Munroe dirigiert wird und damit, sicher nicht nur für mich, schon jetzt zu einem der Höhepunkte der laufenden Konzertsaison zählt. Ganz sicher auch geeignet für Klassik-Neulinge, die sich für diese Musik auf Dauer begeistern lassen wollen.

*Homepage der Dortmunder Philharmoniker

*Titelfoto: Dortmunder Philharmoniker_Foto(c) Björn Hickmann

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