EleonoreMarguerre / Foto@ Gerado Garciacano

Die Sopranistin Eleonore Marguerre im Gespräch mit dem Opernmagazin

 

EleonoreMarguerre / Foto@ Gerado Garciacano
Eleonore Marguerre / Foto@ Gerado Garciacano

Das Dortmunder Opernpublikum kennt sie als hervorragende Mozartinterpretin von internationalem Rang. Auch als großartige Manon. Opernauftritte führten die Sopranistin Eleonore Marguerre an die Mailänder Scala, die Semperoper Dresden, die Wiener Staatsoper, an die Oper Venedig, die Bregenzer Festspiele, um nur einige wenige der bisherigen Stationen ihrer beachtlichen Karriere zu nennen. Aber immer wieder gastiert sie an der Oper Dortmund, zu der sie ein künstlerisch enges Verhältnis zum dortigen Intendanten Jens-Daniel Herzog pflegt und schätzt. Mit ihm zusammen erarbeitete sie viel beachtete Neuproduktionen, zuletzt Dortmunds hinreißenden „DON GIOVANNI“, deren phantastische Donna Anna sie war.

Mozart spielt im künstlerischen Leben der Sopranistin eine große und zentrale Rolle. Ihre Eltern und auch ihr Großvater waren und sind begeisterte Mozartanhänger und haben die Liebe zu diesem großen Komponisten an ihre Tochter und Enkeltochter weitergegeben. „Mozart ist für mich wie eine gewisse Art von „Nachhause kommen“, beschreibt sie ihre Gefühle, wenn sie Mozart singt. Und so wie sie es sagt, so kommt es auch rüber. Hier spricht eine wirklich begnadete Mozartinterpretin.

Eleonore Marguerre / Foto by Christian Mai
Eleonore Marguerre / Foto by Christian Mai

2017 werden sie die Belgier in der königlichen Brüsseler Oper in Mozarts „LUCIO SILLA“ erleben dürfen. Eleonore Marguerre freut sich bereits auf dieses Engagement. Nicht nur, aber auch, da sie belgisch-französischer Herkunft ist und hier so etwas wie ein „Heimspiel“ erleben wird.

Im November 2015 folgt die nächste Premiere mit Eleonore Marguerre im Dortmunder Opernhaus. Diesmal in einer Paraderolle ihres Stimmfachs: Violetta in Verdis Meisterwerk  „LA TRAVIATA“.

In unserem Gespräch spielte diese Partie, als auch die Oper „LA TRAVIATA“, eine für die Sängerin zentrale Rolle. „Ja, sicher ist die Violetta eine Traumpartie für mich und ich freue mich sehr, diese Rolle nun in Dortmund singen zu dürfen“, sagt die sympathische Künstlerin, die gerade erst in diesem Jahr eine erfolgreiche Serie in dieser Partie an der Oper in Tours (Frankreich) absolviert hatte. „Über die Dortmunder Inszenierung kann ich noch nicht viel sagen. Die Probenarbeiten sind gerade erst am Anfang. Aber es wird ganz sicher eine sehenswerte Traviata“, so Frau Marguerre weiter.

Oper Dortmund/Entführung//Eleonore Marguerre (Konstanze), Lucian Krasznec (Belmonte) ©Björn Hickmann / Stage
Oper Dortmund/Entführung//Eleonore Marguerre (Konstanze), Lucian Krasznec (Belmonte)
©Björn Hickmann / Stage

Als Partner in dieser Neueinstudierung steht ihr der beliebte Dortmunder Tenor Lucian Krasznec als Alfredo zur Seite. Beide standen schon mehrfach zusammen auf der Dortmunder Bühne. Und die Zusammenarbeit ist für beide künstlerisch, wie auch zwischenmenschlich, eine höchst angenehme. Hinzu kommt, dass der stellv. Dortmunder GMD, Motonori Kobayashi, die musikalische Leitung übernehmen wird. Ein Dirigent, der die Belcantoopern liebt und dies u.a., nicht nur, mit der Dortmunder“ LA CENERENTOLA“ unter Beweis gestellt hat. Musikalisch darf also Vorfreude auf diese neue Dortmunder „TRAVIATA“ durchaus berechtigt sein.

Wer, wie ich,  Frau Marguerre letztlich als Donna Anna in „DON GIOVANNI“ erlebt hat, ist sich schon jetzt sicher, dass es eine besondere Verdi-Premiere mit einer vorzüglichen Violetta werden wird. Eine „TRAVIATA“ hat immer das Zeug dazu ein Renner der Spielzeit zu werden. Der Oper Dortmund und ihrem ambitionierten Intendanten ist es zu wünschen.

Eleonore Marguerre / Foto@ Marcel Schaar
Eleonore Marguerre / Foto@ Marcel Schaar

Bei all ihren Erfolgen auf nationalen und internationalen Bühnen ist Frau Marguerre im Gespräch eine überaus bodenständige, humorvolle, aber auch ernsthafte Gesprächspartnerin. Eine, der auch am Herzen liegt, mit ihrer Kunst – der Oper – noch mehr junges Publikum anzusprechen und zu begeistern. Gerade die Dortmunder Mozart-Inszenierungen der letzten Zeit waren dazu angetan, Jugendliche zu begeistern, sofern man diesen jungen Menschen die Möglichkeit zu einem Opernbesuch bietet. Hier sind dann die kommunal verantwortlichen Entscheidungsträger auch gefordert.  Das einmalige Kulturgut Oper braucht immer Nachwuchs. Und das nicht nur auf der Bühne!

In diesem Zusammenhang passt auch folgendes Video der Künstlerin: Für das englische Teenager – Youtube -Publikum hat sie selbst letztes Jahr ein Video produziert über „La Finta Giardiniera“ – in dem sie alle ihre Umzüge in 8 min zusammengefasst hat.

Die gebürtige Heidelbergerin Eleonore Marguerre lebt heute zusammen mit ihrem Mann, ebenfalls ein Opernsänger, ihren beiden Kindern und dem gemeinsamen großen Hund in Thüringen. Hier gilt es auch, vieles unter einen gemeinsamen Hut zu bekommen. Besonders, da beide Eltern aufgrund ihrer Berufe, oft reisen müssen und viel unterwegs sind. Auch da unterscheidet sich die erfolgreiche Sopranistin nicht von den vielen anderen berufstätigen Müttern. Das Klischee einer Operndiva, sofern es solche überhaupt noch gibt, ist in der heutigen Zeit überholt und nicht mehr passend. Und würde auch nun gar nicht zu dieser modernen und sympathischen Künstlerin passen.

Eleonore Marguerre und Detlef Obens (DAS OPERNMAGAZIN) im Gespräch - Foto@ Basia Kuznik
Eleonore Marguerre und Detlef Obens (DAS OPERNMAGAZIN) im Gespräch – Foto@ Basia Kuznik

Eleonore Marguerre im persönlichen Gespräch zu erleben war mir eine große Freude. Nicht nur, aber auch, weil ich der bisher in meinen vielen Jahren als Opernfan besten jemals live erlebten Donna Anna gegenüber saß, sondern auch, weil ich davon überzeugt bin, hier eine der mittlerweile ganz großen ihres Fachs interviewt zu haben. Ihr kraftvoller und raumfüllender Sopran, den sie zu höchsten Tönen und zartesten Piani erklingen lassen kann, als auch ihre große Spielfreude auf der Bühne prädestinieren sie geradezu für weitere und neue Herausforderungen. Die Dortmunder Violetta wird eine davon sein.

DAS OPERNMAGAZIN dankt der Künstlerin für das sympathische Gespräch.

Ⓒ Detlef Obens

Videos und Links von/mit Eleonore Marguerre:

Und hier noch ein selbstgemachtes humorvolles Video der Sängerin. 😉  Über das sie selbst sagt: „Und für das Fussball -Publikum in Dortmund hatte ich noch zur WM 2014 ein Spieler-Interview-Video bei „Entführung“ gemacht, weil ich es immer so wunderbar finde, wenn verschwitzte Fussballer nach dem Spiel intelligente Fragen beantworten müssen.“

LINK zur Homepage von Eleonore Marguerre

LINK zum Theater Dortmund/Oper/La Traviata 

LINK: Frau Marguerre wird in Dortmund neben der Violetta auch noch die Armida in Händels „RINALDO“ singen (Regie Jens-Daniel Herzog) Premiere 9.1.2016

Video: “Or sai chi l’onore” (zus. mit Lucian Krasznec) / Don Giovanni / Oper Dortmund:

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