EIN MASKENBALL von Giuseppe Verdi, Deutsche Oper Berlin, copyright: Marcus Lieberenz bzw. Bettina Stöß

Deutsche Oper Berlin: Verdi-Tage vom 3. bis 27. Mai

Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel
Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel

Kein anderer Komponist hat sich so obsessiv der dunklen Seite des Menschseins gewidmet wie Giuseppe Verdi: Ob RIGOLETTO oder DER TROUBADOUR, DON CARLO oder EIN MASKENBALL, fast immer zeigt er, wie Hass, Eifersucht und Machtgier ins Verderben führen.  

 

Und stets hat dieses Böse bei Verdi auch eine politische Dimension – sei es ganz direkt in Gestalt des religiösen Terrorregimes der spanischen Inquisition, die den Prinzen Don Carlo verfolgt, oder auch in dem zum Scheitern verurteilten Versuch des Hofnarren Rigoletto, innerhalb eines moralisch bankrotten Systems das eigene Familienglück zu bewahren. Und bis auf das frühe Meisterwerk NABUCCO, in dem die Versöhnung zweier denkbar unterschiedlicher Völker gelingt, behält das Böse bei Verdi die Oberhand, bleibt das Glück eine Utopie, deren Musik zu schön ist, um wahr werden zu können.

Für diesen immerwährenden Kampf des Guten gegen das Böse hat jede Generation andere Bilder – auch deshalb sind Verdis Opern nicht nur offen gegenüber den vielfältigsten szenischen Deutungen, sondern fordern diese geradezu ein.

RIGOLETTO von Giuseppe Verdi, Deutsche Oper Berlin, Premiere am 21. April 2013, copyright: Bettina Stöß

Doch Verdi ist nicht nur der Komponist der extremen Gefühle, sondern auch der Komponist der extremen Anforderungen. Partien wie Rigoletto, die Leonora im TROUBADOUR oder der Philipp in DON CARLO gehören bis heute zu den größten Herausforderungen für jeden ihrer Interpreten, verlangen Stimmschönheit, Ausdrucksintensität und technische Meisterschaft zugleich.

Die Verdi-Tage an der Deutschen Oper Berlin bieten vom 3. bis 27. Mai nun die Gelegenheit, sechs der beliebtesten Verdi-Opern in maßstäblichen Inszenierungen mit herausragenden Verdi-Interpreten unserer Tage zu erleben: RIGOLETTO (3., 7., 11., 17. Mai), EIN MASKENBALL (6., 10., 13. Mai), DER TROUBADOUR (9., 12. Mai), LA TRAVIATA (16., 19. Mai), DON CARLO (18., 21., 27. Mai) und NABUCCO (20., 24. Mai). Dazu gesellt sich am 25. Mai ein Konzert mit Angela Gheorghiu und Saimir Pirgu, die – mit Paolo Arrivabeni am Pult – Ausschnitte aus OTELLO, SIMON BOCCANEGRA, LUISA MILLER u.a. interpretieren. Die musikalische Leitung der DON CARLO– und MASKENBALL-Vorstellungen übernimmt Generalmusikdirektor Donald Runnicles.

Wie diese Musik der Extreme heute klingt, zeigen Sängerdarsteller wie Ildebrando D’Arcangelo (Philipp II.) und Anja Harteros (Elisabeth von Valois) in DON CARLO, aber auch Albina Shagimuratova (Gilda), Stephen Costello (Herzog von Mantua) und Simon Keenlyside (Titelpartie) in RIGOLETTOAnita Rachvelishvili (Azucena) und Angela Meade (Leonora) sind in DER TROUBADOUR zu erleben, Anja Harteros im MASKENBALL und Željko Lučić als NABUCCO – um nur einige Highlights zu nennen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.