Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel

Deutsche Oper Berlin: Premiere von Modest P. Mussorgskijs Oper BORIS GODUNOW am 17.6.2017

Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel

Am 17. Juni um 19.30 Uhr feiert die Deutsche Oper Berlin Premiere von Modest P. Mussorgskijs Oper BORIS GODUNOW unter musikalischer Leitung von Kirill Karabits und in der Regie von Richard Jones. Geschaffen hat der Komponist eine Parabel über die Mechanismen der Macht, die anhand der historischen Kämpfe um die Zarenkrone in Russland in den Jahren um 1600 aufgeschlüsselt werden. 

Er zeichnet das eindringliche Porträt eines Menschen, der an seinem Herrschaftsanspruch und dem dafür in Kauf genommenen Verbrechen scheitert. Und er hat damit eine der großen Basspartien des Opernrepertoires geschaffen, mit der der Este Ain Anger an der Deutschen Oper Berlin sein Rollendebüt geben wird. Doch existiert eine zweite Hauptfigur in dieser Oper: das Volk. Dieses tritt als die unmündige, unter der absolutistischen Herrschaft leidende Masse auf. Es wird aber von Mussorgskij auch in den zahlreichen kleineren und mittleren Partien als eine Ansammlung individueller Einzelschicksale gezeigt. Vom intriganten Bojaren Schuiskij (Burkhard Ulrich) über den an seiner Chronik arbeitenden Mönch Pimen (Ante Jerkunica), seinen Schüler Grigorij – den späteren Thronprätendenten – bis hin zu den Menschen aus dem Volk wie der Schankwirtin, den Bettelmönchen Warlaam und Missaïl oder dem Polizisten Mitjuch: Sie alle bilden ein Panorama des russischen Volkes, das sich auf die eine oder andere Weise zu Macht und Herrschaft verhält, das in den politisch unsicheren Zeiten versucht zu überleben – und dabei die eigentliche Antriebskraft politischer Prozesse ist.

BORIS GODUNOW wird an der Deutschen Oper Berlin in der kürzeren und konzentrierteren Fassung von 1869, dem sogenannten „Ur-Boris“, zu erleben sein – in einer Koproduktion mit dem Londoner Royal Opera House Covent Garden. Weitere Informationen finden Sie anbei.

Und ebenfalls Premiere am 17. Juni hat:

MICHEL MALER – Musiktheater für Kinder, Premiere am 17. Juni um 11 Uhr

Ebenfalls am 17. Juni – um 11 und 16 Uhr – hat ein Musiktheater für Kinder zwischen 5 und 7 Jahren in der Tischlerei Premiere: MICHEL MALER [ODER] UM DIE ECKE ANDERSRUM. Gemeinsam mit Michel, einem freundlichen Eigenbrötler, betritt das Publikum eine andere Welt in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin. Den Eingang, so erzählt Michel, hat er vor vielen Jahren gefunden, als er selbst noch ein Kind war. Damals herrschte in seinem Innern ein großes Durcheinander, ein gewaltiges lautes und leises Getöse. Solange, bis Michel lernte, in sich hineinzuhören und den verschiedenen Stimmen und Klängen einen Raum zu geben, der genauso eigenwillig und vielseitig ist wie er.

Mit Michel zusammen bereisen die Zuschauer in einem Stationen-Theater diesen Ort voller Musik, Rhythmen und merkwürdiger Gestalten. Ein Posaunist trampelt als Elefant durchs Bild und ist nicht immer so leise und beherrscht, wie man das gerne hätte. Ein alter Freund kennt Michels Stimmungen und hilft, sie in Musik zu übersetzen. Und dann ist da noch „Wirrwarr“, die jedes Mal einen anderen Namen hat und darauf besteht, dass man über ihre Musik nicht taub und blind hinweggeht. Überall in der verwinkelten Landschaft, die Bühnen- und Kostümbildnerin Mia Schröer in der Tischlerei gebaut hat, sind dazu kleine musikalische Geheimnisse versteckt, die die Kinder und Michel nach und nach erkunden und selbst gestalten können. Denn alles klingt und verändert sich, je nachdem, wie man es anhört, ansieht und sorgsam behandelt: manchmal ganz ausgelassen als Swing-Rhythmus, manchmal als romantisches Kunstlied – und manchmal „um die Ecke andersrum“.

Den Part des kreativen Sonderlings Michel übernimmt Ensemblemitglied Clemens Bieber. Abigail Levis wartet als „Wirrwarr“ mit den vielen Namen „drüben“ in der anderen Welt, die Regisseurin Anna von Gehren in Szene setzt. Posaunist Jan Donner und David Johnson an Klavier, Flügel und Cembalo runden das Ensemble der musikalischen Traumwesen mit Musik von Georg Friedrich Händel, Robert Schumann, Leonard Bernstein u. a. ab.

( Titelfoto: Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel )

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