Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel

Deutsche Oper Berlin: Konzerte von „L’ARLESIANA bis Jazz“ im Februar 2018

Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel
Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel

Die zweite Februarhälfte bietet eine stilistisch breite Auswahl an Konzerten in der Deutschen Oper Berlin

 

 

Almas Salon am 20. Februar in der Tischlerei

Am 20. Februar um 20 Uhr laden wir zum 4. Tischlereikonzert unter dem Motto „Almas Salon“ ein. Was Rang und Namen hatte in der Kultur-, Musik- und Literaturszene der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ging bei ihr ein und aus: Alma Mahlers Salons in Wien, Los Angeles oder New York vereinten alleine Komponisten-Namen wie Mahler, Zemlinsky, Bernstein, Britten, Ravel, Pfitzner, Berg, Schreker, Strauss, Strawinsky oder Schönberg. Das Programm kombiniert nun eigene Lieder der großen Muse mit Kompositionen ihres Lehrers Alexander von Zemlinsky („Fantasien über Gedichte von Richard Dehmel“ für Klavier solo sowie „Maiblumen blühten überall“ für Stimme und Streichsextett) sowie mit Liedern von Arnold Schönberg und dem Streichsextett von Erich Wolfgang Korngold. Damit weist dieses moderierte Kammerkonzert auf die mit Spannung erwartete Premiere von Korngolds DAS WUNDER DER HELIANE unter musikalischer Leitung von Marc Albrecht und in der Inszenierung von Christof Loy (am 18. März) voraus.

Konzertante Premiere L’ARLESIANA am 21. und 24. Februar 

Eine echte Rarität wird am 21. Februar um 19.30 Uhr mit der konzertanten Premiere von Francesco Cileas L’ARLESIANA („Das Mädchen aus Arles“) präsentiert, die dem Komponisten zu Lebzeiten beinahe mehr galt als die berühmtere ADRIANA LECOUVREUR. Eine verführerische Schöne aus der nächsten Kleinstadt, von deren zweifelhafter Moral man durch ihren Liebhaber so Einiges zu hören bekommt, obwohl sie selbst nie in Erscheinung tritt. Ein hoffnungslos verliebter Tenor, den auch die aufrichtige Liebe eines sittsamen Mädchens nicht rettet. Eine besorgte Mutter, die ihre Zuneigung recht ungleich unter ihren Söhnen aufteilt. Ein flegelhafter Nebenbuhler, ein weiser Hirte, Blumenchöre und ländliches Flair: Dies alles verleiht Francesco Cileas L’ARLESIANA seinen besonderen Charme zwischen veristischer Milieustudie, emotionalen Belcanto-Linien und ahnungsvoller Melancholie. Bis zu seinem Tod sollte er die Oper mehrfach überarbeiten, um immer neue Schönheiten aus dem Stoff herauszuschlagen. Bereits die Uraufführung 1897 geriet zum Startschuss für die Weltkarriere des jungen Enrico Caruso. In der konzertanten Aufführung an der Deutschen Oper Berlin tritt Joseph Calleja– nicht zuletzt Gewinner des Caruso-Gesangswettbewerbs – die Nachfolge des italienischen Tenorstars an. Dolora Zajick, die gefeierte Verdi-Interpretin, und Mariangela Sicilia stehen ihm als leidgeprüfte Mutter und unschuldige Liebende zur Seite. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Paolo Arrivabeni. Eine zweite Vorstellung findet am 24. Februar statt.

 

Kinderkonzert am 25. Februar um 11 Uhr

An ein dezidiert junges Publikum (ab 5 Jahren) wendet sich das ca. einstündige Kinderkonzert am 25. Februar um 11 Uhr unter dem Motto „Freunde wie wir!“; die Moderatorin, Rapperin und Autorin Nina Sonnenberg führt durch das Programm und lädt zum Hören, Sehen und Mitmachen ein. Arien, Duette und Ouvertüren erzählen Geschichten rund um Freunde und Gefährten, um Feinde und Widersacher, um Streit und Versöhnung. In diesem Konzert spielen Ensemblemitglieder und das Orchester der Deutschen Oper Berlin unter der Leitung von Nikolas Maximilian Nägele Ausschnitte aus den Opern CARMEN, DIE HOCHZEIT DES FIGARO, DON CARLO und HÄNSEL UND GRETEL.

„Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt…“: Susanna und Cherubino können ein Lied davon singen. Sie hecken Abenteuer aus und haben dabei jede Menge Spaß. Und auch mit der Gräfin freundet sich Susanna an: Obwohl sie sehr unterschiedlich sind, erzählt die Musik von ganz vielen Gemeinsamkeiten. Carlo und Rodrigo dagegen sind schon lange beste Freunde und gehen gemeinsam durch dick und dünn. Dabei darf bei echten Kumpels natürlich ein eigener Schwur nicht fehlen. Bei Escamillo und José wiederum hört man sofort, dass die Widersacher nie zueinander finden werden…Das Konzert wird am 7. Mai um 11 Uhr wiederholt.

 

A Soul Journey – Konzert der BigBand am 26. Februar

Und zu einem weiteren Stilwechsel lädt am 26. Februar um 20 Uhr die BigBand der Deutschen Oper Berlin ein, wenn sie das Publikum auf eine „Soul Journey“ mitnimmt. Die Jazzer der Oper begeben sich unter der Leitung von Manfred Honetschläger auf eine Reise durch die Geschichte der Soulmusik. Und wie immer bestimmen dann fette Bläsersounds, soulige Stimmen und groovende Beats die Musik auf der Opernbühne. Interpretiert von Amber SchoopFlorezelle Amend und Worthy Davis erklingen die bekanntesten Soulhits von Aretha Franklin über Marvin Gaye bis zu Stevie Wonder oder Ray Charles in neuen Arrangements für die BigBand und den Jugendjazzchor Young Voices Brandenburg. Moderiert wird dieses Konzert von Adolf-Grimme-Preisträger Christian Brückner, der mit seiner gleichermaßen coolen wie warmen und raumgreifenden Stimme seit Jahrzehnten durch Hörfunk, Lesungen, Hörbücher, Jazzmoderationen und als Synchronstimme von Robert De Niro zur Legende geworden ist.

 

Aus dem Hinterhalt: CARMEN am 17. Februar in der Tischlerei

Bereits am 17. Februar um 21 Uhr laden wir zur nächsten late-night-performance der Reihe „Aus dem Hinterhalt“ ein, in der Musiker unterschiedlicher Stilrichtungen der aktuellen Neuproduktion im großen Haus mit einem Kommentar begegnen, in diesem Fall Georges Bizets CARMEN. Als Gastkünstlerin haben wir die New Yorker No Wave-Ikone Lydia Lunch eingeladen, zusammen mit Marc Hurtado und Weasel Walter!

Morde aus Leidenschaft sind in der Oper nichts Ungewöhnliches. Und die meistgespielte Oper überhaut, CARMEN, endet damit, dass die Titelheldin vom eifersüchtigen, von ihr zurückgewiesenen Don José ermordet wird. „My Lover The Killer“ ist Lydia Lunchs durchkomponiertes Konzeptalbum, in dem es um die autobiografische Erfahrung eines Mordes aus Leidenschaft geht: Nach Jahren hatte sie wieder Kontakt aufgenommen zu einem ehemaligen Liebhaber, mit dem sie eine drogengesättigte, selbstzerstörerische Liebe verbunden hatte. Am Tag des Wiedersehens erschoss ihr ehemaliger Liebhaber zunächst seine aktuelle Geliebte und dann sich selbst. Exklusiv für den HINTERHALT hat Lydia Lunch ihr szenisches Album bearbeitet und Bruchstücke aus Bizets Oper eingewoben, die in der Tischlerei live gesungen werden von Mezzosopranistin Irene Roberts und begleitet von Musikern der Deutschen Oper Berlin.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.