Deutsche Oper Berlin – Highlights im November 2017

Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel
Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel

Mit der Premiere von Giacomo Meyerbeers LE PROPHETE unter der musikalischen Leitung von Enrique Mazzola setzt die Deutsche Oper Berlin am 26. November ihren Meyerbeer-Zyklus fort. Enrique Mazzola stand bereits bei der konzertanten Aufführung von Meyerbeers DINORAH, die mittlerweile auch als CD vorliegt, sowie bei VASCO DA GAMA am Pult des Orchesters der Deutschen Oper Berlin.

Sie wollten das Reich Gottes auf Erden schaffen und brachten Tod und Terror: Die Geschichte von Aufstieg und Fall des Münsteraner Wieder­täufer-Regimes, die den Hintergrund von Giacomo Meyerbeers LE PROPHETE („Der Prophet“) bildet, klingt auch nach 500 Jahren noch beängstigend aktuell. Doch diese 1849 uraufgeführte Grand Opéra, mit der Meyerbeer an den Welterfolg seiner „Hugenotten“ anknüpfen konnte, ist nicht nur ein großes Historiendrama, das mit großem orchestralem Farbenreichtum und zündender Melodik ausgemalt wird. Das Werk ist auch das Psychogramm einer Mutter-Sohn-Beziehung, die in der Opernliteratur einmalig ist. Der Gastwirt  Jean van Leyden, der aus Protest gegen die Willkür der katholischen Obrigkeit zum Anführer einer extremistischen Sekte wird, und seine Mutter Fidès sind zwei faszinierende Charaktere, die Meyerbeer mit allen Mitteln des dramatischen Belcanto-Gesangs gestaltet.

In der Neuinszenierung von LE PROPHETE, mit der die Deutsche Oper Berlin ihren gefeierten Meyerbeer-Zyklus abschließt, werden diese beiden Partien von zwei Ausnahmesängern interpretiert: dem amerikanischen Tenor Gregory Kunde und der französischen Mezzosopranistin Clémentine Margaine. Als Jeans Braut ist Elena Tsallagova zu erleben. Die Premiere am 26. November ist zugleich das Berliner Operndebüt des französischen Meisterregisseurs Olivier Py, der bereits mit großem Erfolg Schlüsselwerke der Grand Opéra wie Meyerbeers „Les Huguenots“ und Halévys „La Juive“ in Szene gesetzt hat.

 

Edita Gruberova / Berlin 7.5.16 /Foto @ Bettina Stöß
Edita Gruberova / Berlin 7.5.16 /Foto @ Bettina Stöß

Konzert zum 50jährigen Bühnenjubiläum von Edita Gruberová

Nicht nur ihre einmalige stimmliche Virtuosität und Ausdruckskraft haben Edita Gruberová zu einer Ausnahmeerscheinung unter den Koloratursopranistinnen gemacht, sondern mindestens ebenso verblüffend ist es, dass sie auf eine 50jährige Bühnenlaufbahn zurückblicken kann und ihr nach wie vor die bravouröse Gestaltung ganzer Abende gelingt. Das Programm des Jubiläumskonzerts am 29. November (Wdh. 4. Dezember) unter Leitung von Peter Valentovic erinnert an wichtige Stationen dieser einmaligen Sängerinnen-Karriere: von Mozarts Konstanze, mit der Edita Gruberová in den siebziger Jahren international Aufsehen erregte, über Verdis LA TRAVIATA bis zu der Elisabetta aus Donizettis ROBERTO DEVEREUX, mit der sie noch bis in unsere Zeit Triumphe feiert.

 

Besetzungs-Highlights LOHENGRIN und TANNHÄUSER

Wir freuen uns, dass am 9. und 12. November Klaus Florian Vogt die Titelpartie in Richard Wagners LOHENGRIN interpretiert, an der Seite von Rachel Willis-Sørensen als Elsa, Petra Lang als Ortrud, Simon Neal als Friedrich von Telramund und Günther Groissböck als Heinrich der Vogler. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Generalmusikdirektor Donald Runnicles.

LOHENGRIN von Richard Wagner, Deutsche Oper Berlin, Premiere am 15. April 2012, copyright: Marcus Lieberenz
LOHENGRIN von Richard Wagner, Deutsche Oper Berlin, Premiere am 15. April 2012, copyright: Marcus Lieberenz

Mit seinem Auftritt als Tannhäuser am 11. und 19. November kehrt Andreas Schager, nach einem sensationellen Einspringen als Rienzi im Frühjahr 2012, endlich zurück an die Deutsche Oper Berlin. Emma Bell gibt mit der Doppelpartie Elisabeth und Venus ihr Debüt am Haus. Als Landgraf Hermann ist Albert Pesendorfer und als Wolfram von Eschenbach Markus Brück zu erleben, am Pult steht Michael Boder.

 

Symposion: 100 Jahre Wieland Wagner am 10. und 11. November

Eng ist die Deutsche Oper Berlin seit ihrer Gründung 1912 mit dem Namen Wagner verbunden: Erbaut, um den Werken Richard Wagners in Berlin eine adäquate Aufführungsstätte zu verschaffen, wurde das Haus ein halbes Jahrhundert später zu einer wichtigen Wirkungsstätte seines Enkels. Neben seinen Bayreuther Arbeiten begründeten die Inszenierungen, die Wieland Wagner für die Deutsche Oper Berlin schuf, seine Stellung als maßgeblicher deutscher Regisseur der 60er Jahre.  Hier inszenierte er ab 1959 in dichter Folge TRISTAN UND ISOLDE, LOHENGRIN, DIE MEISTER­SINGER VON NÜRNBERG und Strauss‘ SALOME. Das Symposion wird in Vorträgen von Ingrid KapsamerJosef Lienhart und Stephan Mösch sowie in Gesprächen mit Anja Silja, Nike Wagner und Rainer Fineske die Persönlichkeit Wieland Wagners und die wesentlichen Elemente seines Inszenierungsstils thematisieren. 

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