Deutsche Oper Berlin: Highlights im Januar 2017 – Programm

Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel (Kontakt: leoseidel@googlemail.com)
Deutsche Oper Berlin, copyright: Leo Seidel 

Am 28. Januar laden wir herzlich zur Premiere DIDO, einem Musiktheater in zwei Teilen mit Musik von Michael Hirsch und Henry Purcell, in die Tischlerei der Deutschen Oper Berlin ein. Die Regie übernimmt Martin G. Berger, der mit dem partizipativen Projekt NEULAND bereits im Frühjahr 2016 erfolgreich in der Tischlerei gearbeitet hat und einer der interessantesten Regisseure der jungen Generation ist. Die musikalische Leitung liegt bei Jens Holzkamp. 

Die auf Vergils „Aeneis“ basierende tragische Liebesgeschichte von Dido und Aeneas ist das Sujet zahlloser Adaptionen in Literatur, Bildender Kunst und nicht zuletzt auch in der Oper. Die karthagische Königin Dido gewährt dem aus Trojas Untergang entkommenen Helden Aeneas Zuflucht, doch ihre Liebe kann ihn nicht lange halten: Aeneas wähnt sich in dem göttlichen Auftrag, das Römische Reich zu gründen, Dido hat dem nur ihre Liebe entgegenzusetzen. Verzweifelt tötet sie sich, nachdem er sie verließ. „Dido’s lament“, der Abschied vom Geliebten und vom Leben, in Henry Purcells einziger durchkomponierter, 1689 uraufgeführter Oper DIDO AND AENEAS gehört zu den ergreifendsten Klagegesängen in der Geschichte des Musiktheaters. 1724 verfasste dann Pietro Metastasio sein erstes Seria-Libretto „La Didone abbandonata“, welches über sechzig Mal vertont wurde – u. a. 2003 von dem Berliner Komponisten Michael Hirsch.

Diese beiden autonomen Werke verbinden sich in dem Musiktheaterabend DIDO: Formal steht Michael Hirschs LA DIDONE ABBANDONATA an der Stelle des Prologs, der Purcells Oper voranstehen sollte, von dem aber keine Musik erhalten ist. An diese zehnminütige Kurzoper schließt sich Hirschs Neubearbeitung von Henry Purcells DIDO AND AENEAS an, die Gesangspartien bleiben dabei unangetastet. Als Dido ist Abigail Levis zu erleben, als Aeneas alternieren Samuel Dale Johnson und Stephen Barchi.

 

Besetzungshighlights:

Auch im Januar bietet die mit ihrer imposanten Ausstattung überwälti­gende, schon klassische Götz-Friedrich-Inszenierung von Puccinis LA BOHEME eine herausragende Besetzung: An der Seite von Carmen Giannattasio als Mimì sind am 3. und 6. Januar Joseph Calleja als Rodolfo und Alexandra Hutton als Musetta zu erleben. (Für die Familienvorstellung am 3. Januar können für Jugendliche unter 18 Jahren schon im Vorverkauf Karten für 10€ erworben werden.)

NABUCCO von Giuseppe Verdi, Deutsche Oper Berlin, Premiere am 8. September 2013, FOTO-copyright: Bernd Uhlig
NABUCCO von Giuseppe Verdi, Deutsche Oper Berlin, Premiere am 8. September 2013, FOTO-copyright: Bernd Uhlig

Mit gleich vier Vorstellungen kehrt im Januar Verdis NABUCCO unter musikalischer Leitung von Paolo Arrivabeni und in der Regie von Keith Warner auf den Spielplan der Deutschen Oper Berlin zurück: am 12., 14., 25. und 28. des Monats sind in der Titelpartie Dalibor Jenis, als Ismaele Robert Watson (am 25. Attilio Glaser), als Zaccaria Roberto Tagliavini, in der  Partie der Abigaille Anna Smirnova und als Fenena Irene Roberts (am 28. Judit Kutasi) zu erleben.

Am 27. Januar steht Peter Seiffert als Tannhäuser  Camilla Nylund in der Doppelpartie der Venus / Elisabeth gegenüber, als Venus debütiert sie. Ante Jerkunica, gerade für seinen Auftritt als Marcel in Meyerbeers HUGENOTTEN mit einhelligem Jubel bedacht, übernimmt den Landgraf Hermann, James Rutherford Wolfram von Eschenbach. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Donald Runnicles.

 

Musica Latina mit der BigBand

Dass Genregrenzen fließend sind, sich musikalische Streifzüge lohnen, beweist die BigBand der Deutschen Oper Berlin seit ihrer Gründung regelmäßig durch vielseitige Programme zwischen Klassik und Jazz, mit Swing und Soul oder Auftragskompositionen. Nun also geht es nach Südamerika: Unter dem Titel Offene Grenzen – Musica Latina lädt die BigBand am 23. Januar 2017 zum Konzert ein.

Astor Piazzolla, das ist der Tango, diese eingängig hochemotionale Melange verschiedenster Stile von Europa bis Südamerika. Auf eigenwilligen Pfaden erfand Piazzolla großmeisterlich eine moderne Musik, die in Konzert- und Opernsälen ebenso für Bewegung sorgt wie auf den Tanzböden von Buenos Aires. Den Mut zur Innovation teilt Piazzolla mit einem weiteren Grenzgänger des 20. Jahrhunderts:Antônio Carlos Jobim, Gründervater des Bossa Nova und dessen berühmtester Interpret. Der neuen Strömung verhalf der Brasilianer in den 50er und 60er Jahren durch krea­tive Kombinationen volkstümlicher brasilianischer Formen von Lied und Tanz – vor allem des Samba – mit Jazz-Elementen zu weltweitem Groove. Mit dabei: Richard Galliano, Akkordeonvirtuose, Komponist und ein Weltstar des Jazz, Echo-Preisträger Peter Fessler (Gesang und Gitarre) und der Saxophonist Peter Weniger.

Deutsche Oper Berlin

*Titelfoto: LA BOHEME von Giacomo Puccini, Deutsche Oper Berlin, copyright Bettina Stöß

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.