LADY MACBETH VON MZENSK von Dmitrij Schostakowitsch, Deutsche Oper Berlin, copyright: Marcus Lieberenz

Deutsche Oper Berlin – Highlights April 2018

Deutsche Oper Berlin -Donald Runnicles - Foto @ Bettina Stoess
Deutsche Oper Berlin – Donald Runnicles – Foto @ Bettina Stoess

Mit der Premiere von Johann Strauß‘ FLEDERMAUS am 28. April wird die Operette der Operetten ins Repertoire des Hauses an der Bismarckstraße wieder aufgenommen, musikalisch geleitet von Generalmusikdirektor Donald Runnicles. Musikalischer Einfallsreichtum und Eingängigkeit der Melodien verbinden sich hier mit einer Komödienhandlung voller Verwechslungen, Verkleidungen und Verstellungen.

 

Aus dem großbürgerlichen Wohnzimmer der Eisensteins, deren Ehe etwas in die Jahre gekommen scheint, stürzen sich Gabriel und Rosalinde von Eisenstein samt Kammerzofe Adele ins Nachtleben: Beim Prinzen Orlofsky trifft sich die Demi-monde der Künstler, die dem Champagner huldigen. Keiner ist hier der, der er oder sie vorzugeben scheint. Strauß feierte hier, in enger Zusammenarbeit mit seinem Librettisten und Co-Kompositeur Richard Genée, das Bürgertum in all seiner Verlogenheit, seinem Repräsentationsdrang und vorgespielter Biedermeierlichkeit. Kongenial entwirft DIE FLEDERMAUS einen Komödienhandlungsplot, der mit den Urtypen komischen Theaters spielt: die Kammerzofe, die maskierte Gräfin, der komische Diener. Und das Ganze wird mit einer Musik angereichert, die neben all den Walzern und Polkas auch umwerfend viel Schärfe und Witz enthält.
Rolando Villazón kehrt nach seinem Erfolg mit Puccinis LA RONDINE als Regisseur an die Deutsche Oper Berlin zurück. Das Komisch-Absurde, aber durchaus auch Wehmütige der FLEDERMAUS spielt dem umtriebigen Sänger, Regisseur und Autor in die Karten. Neben Ensemblemitgliedern wie Thomas BlondelleMarkus Brück und Nicole Haslett darf man sich auf Annette Dasch freuen, die als Rosalinde auf der Bühne zu erleben sein wird.

Die Late-Night-Performance-Reihe „Aus dem Hinterhalt“, die in der Tischlerei Themen und musikalische Motive der Großen Oper konterkariert, findet gleich am Tag nach der FLEDERMAUS-Premiere statt. Am 29. April um 21 Uhr wird im „Hinterhalt“ gefragt, ob die Operette nicht auch angestaubtes Relikt eines bürgerlichen Unterhaltungstheaters ist? Gastgeber und Prinz Orlofsky Hubert WildBlack Cracker und die Damen von Pansy and the House of PresentSänger aus dem Ensemble der Deutschen Oper Berlin und weitere Gästen wissen nur eine Antwort: NEIN.

LADY MACBETH VON MZENSK von Dmitrij Schostakowitsch, Deutsche Oper Berlin, copyright: Marcus Lieberenz
LADY MACBETH VON MZENSK von Dmitrij Schostakowitsch, Deutsche Oper Berlin, copyright: Marcus Lieberenz

Wiederaufnahme LADY MACBETH VON MZENSK

Frenetischen Jubel erntete die phänomenale Evelyn Herlitzius nach der Premiere für ihre Gestaltung der Titelpartie – und Ole Anders Tandbergs Interpretation des Stoffes als tragische Groteske entspricht kongenial Donald Runnicles Deutung der Musik in ihren scharfen und grellen, aber auch feinen und behutsamen Passagen. Umso erfreulicher, dass auch in den Vorstellungen der LADY MACBETH VON MZENSK am 7., 14. und 20. April die Beiden wieder zu erleben sind, mit Kurt Rydl als Boris.

 

Premiere DER SCHREI DES PFAUEN IN DER NACHT am 10. April

Mit den Händen in der Erde wühlen, am Schokoladenblock schaben, den Kopf ins Aquarium stecken. Überall verstecken sich Klänge und jeder Klang ist verbunden mit einer Erinnerung. Erinnerungen von geflüchteten genauso wie von Berliner Jugendlichen – Erinnerungen

, die ein Leben geprägt haben, die Teil der eigenen Identität geworden sind, die aber auch skurril oder lustig sind, schräg oder poetisch.

Regisseurin Bernarda Horres sucht gemeinsam mit den Komponisten und Klangkünstlern Jan Brauer und Sebastian Hanusa und knapp 30 Jugendlichen nach Klangerinnerungen, die das Material werden für einen Abend zwischen Dokumentartheater und Klanginstallation. Zur Premiere am 10. April um 19 Uhr in der Tischlerei laden wir herzlich ein.

Diese Erlebnis-Klang-Räume sind gemeinsam mit dem Publikum bespielbar: Der Zuschauer wird Mitspieler, Beobachter, Klangproduzenten, Zuhörer und Gesprächspartner zugleich. Er sieht den vielfältigen jugendlichen Blick auf die Welt, taucht ein in intime Lebensausschnitte und wird mitgerissen von der ganz eigenen Musik, die aus den vielen Einzelklängen am Ende des Abends in einem großen Fest jeweils neu entsteht.

 

Homepage der Deutschen Oper Berlin

 

  • Titelfoto: LADY MACBETH VON MZENSK von Dmitrij Schostakowitsch, Deutsche Oper Berlin, copyright: Marcus Lieberenz

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