Berlin: Zum Tod von Michael Hirsch

Michael Hirsch / Foto bereitgestellt von Deutsche Oper Berlin

Völlig überraschend verstarb am vergangenen Montag der Berliner Komponist Michael Hirsch, der in den vergangenen Wochen zu den Proben seiner hier aufgeführten DIDO in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin präsent war und den Musikern sowie dem Regieteam mit wichtigem Rat zur Seite stand. 

DIDO – bestehend aus Hirschs Kurzoper DIDONE ABBANDONATA aus dem Jahr 2003 und seiner neuen Bearbeitung von Henry Purcells DIDO AND AENEAS für das gleiche Kammerensemble – hatte am 28. Januar in der Tischlerei Premiere. Michael Hirschs große Leidenschaft für das Musiktheater, seine beeindruckende Kenntnis der Opernliteratur und seine leise und präzise Art, mit der er seine musikalischen Ideen verfolgte, ließen seine Anwesenheit bei den Proben zu ganz besonderen menschlichen und künstlerischen Begegnungen werden.

Der 1958 in München geborene Komponist lebte seit 1981 in Berlin. Er schrieb u. a. die Oper DAS STILLE ZIMMER (uraufgeführt 2000 in Bielefeld) und die Madrigaloper TRAGICOMEDIA (uraufgeführt 2009 in Stuttgart) sowie zahlreiche Kammermusikwerke, die meist auch einen szenischen Anteil haben. Das Auftragswerk DIDO war die erste Oper, die von ihm an der Deutschen Oper Berlin aufgeführt wurde. Michael Hirsch trat neben seiner kompositorischen Tätigkeit auch als Performer in Erscheinung, etwa als Mitglied der „Maulwerker“ oder des „Freyer-Ensembles“. Als solcher hat er auch auf der Bühne der Deutschen Oper gestanden, so in den Freyer-Inszenierungen DER MESSIAS und MESSA DA REQUIEM.

DIDO ist wieder am 9., 10. und 11. Februar in der Tischlerei zu erleben. Die Sänger und Kammermusiker werden seine Anwesenheit schmerzlich vermissen. Die Deutsche Oper Berlin trauert um einen begabten Komponisten, leidenschaftlichen Theatermann und großartigen Menschen.

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