Aalto-Musiktheater und Essener Philharmoniker Januar 2017 – Spielplan-Höhepunkte

Alfried-Krupp-Saal / Foto DAS OPERNMAGAZIN
Alfried-Krupp-Saal / Foto DAS OPERNMAGAZIN

Aalto-Musiktheater und Essener Philharmoniker Januar 2017 – Programmhighlights

Premiere

Rigoletto
Oper von Giuseppe Verdi
Glaube und Vertrauen, das aktuelle Spielzeit-Thema des Aalto-Musiktheaters, kommen in der dritten Premiere der Saison auf besonders tragische Weise zum Ausdruck: In Giuseppe Verdis „Rigoletto“ führen das mangelnde Vertrauen des buckligen Hofnarren und der große Glaube seiner Tochter Gilda zur finalen Katastrophe. Der Regisseur Frank Hilbrich stellt sich mit dieser Produktion erstmals dem Essener Publikum vor. „Mich interessiert vor allem das Unheimliche an dieser Geschichte, der Psychothriller. Verdis Oper ist ungeheuer dicht komponiert“, betont Hilbrich. Am Pult der Essener Philharmoniker steht mit Matteo Beltrami ein Verdi-Dirigent par excellence – was er im „Maskenball“ am Aalto-Theater erst in der vergangenen Spielzeit unter Beweis stellen konnte. In der Titelpartie des Rigoletto ist der aus San Marino stammende Bariton Luca Grassi zu erleben, der in Essen bereits als Renato in Verdis „Maskenball“ sowie als Valdeburgo in Bellinis „La straniera“ begeistert hat. Aalto-Publikumsliebling Abdellah Lasri, der zuletzt große Erfolge an der Staatsoper Berlin, in der Semperoper Dresden und an der Los Angeles Opera feiern konnte, debütiert als Herzog von Mantua. Erstmals am Aalto-Theater zu Gast ist die junge rumänische Sopranistin Cristina Pasaroiu, die in letzter Zeit unter anderem als Violetta („La Traviata“) und Desdemona („Otello“) an der Oper Frankfurt in wichtigen Verdi-Partien glänzen konnte.

Dirigent Matteo Beltrami (Foto: Roberto Ricci)
Dirigent Matteo Beltrami (Foto: Roberto Ricci)

„Der König amüsiert sich“ – so lautet der Titel der Vorlage zu Verdis „Rigoletto“. In der Oper ist es dann aber kein König mehr, sondern es sind zwei Männer, die sich amüsieren, und zwar auf Kosten anderer: der Herzog von Mantua und sein Hofnarr Rigoletto. Während der Herzog seinen Frauenverschleiß wider moralische Grundsätze überschäumen lässt, macht sich Rigoletto über die Männer der Auserwählten lustig. Zu Hause mimt er den liebenden Vater, der seiner Tochter Gilda die Außenwelt jedoch beinahe gänzlich verwehrt – nicht mal seinen Namen kennt sie. Es kommt wie es kommen muss: Gilda und der Herzog verlieben sich ineinander, die Doppelexistenz Rigolettos erhält Brüche. Auf Rache schwörend setzt er ein gewaltiges Drama in Gang, das ihm schließlich selbst zum Verhängnis wird.

Musikalische Leitung Matteo Beltrami | Inszenierung Frank Hilbrich | Bühne Volker Thiele
Kostüme Gabriele Rupprecht | Choreinstudierung Patrick Jaskolka
Dramaturgie Markus Tatzig

Einführungsmatinee Sonntag, 15. Januar 2017, 11:00 Uhr, Aalto-Theater
Premiere Samstag, 21. Januar 2017, 19:00 Uhr, Aalto-Theater
Weitere Vorstellungen 25., 27. Januar; 4., 9., 19. Februar; 16., 25., 30. März; 20., 26., 28. Mai 2017

Zu jeder Vorstellung findet eine halbe Stunde vor Beginn ein Einführungsvortrag im Foyer statt.

Szenenfoto „Der Rosenkavalier“ Essen, Aalto-Theater (Foto: Matthias Jung)
Szenenfoto „Der Rosenkavalier“ Essen, Aalto-Theater (Foto: Matthias Jung)

Wiederaufnahme
Der Rosenkavalier
Oper von Richard Strauss
Richard Straussʼ Oper „Der Rosenkavalier“ ist nach fünfjähriger Pause wieder im Aalto-Musiktheater zu sehen, und das in erstklassiger Besetzung: Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Tomáš Netopil ist Michaela Kaune als Marschallin zu erleben. Erst in der vergangenen Spielzeit übernahm die gefragte Sopranistin diese Partie an der Opéra de Paris. Weitere wichtige Auftritte hatte sie unter anderem bei den Bayreuther Festspielen als Eva in Wagners „Meistersingern“ und als Ariadne in Straussʼ „Ariadne auf Naxos“ an der Oper Zürich. Freuen darf man sich auch auf Karl-Heinz Lehner als Baron Ochs, eine Rolle, die der Bass unter anderem an der Oper Frankfurt verkörpert hat. Aalto-Ensemblemitglied Karin Strobos, die zuletzt als Rosina im „Barbier von Sevilla“ und als Cherubino in „Figaros Hochzeit“ begeistern konnte, singt den Octavian. Die Inszenierung stammt von Anselm Weber.

Die Handlung: In der Liebe zu dem jüngeren Octavian findet die verheiratete Feldmarschallin ihre Jugend wieder. Doch schmerzlich erkennt sie, dass der Lauf der Zeit nicht aufzuhalten ist. Als Octavian als Brautwerber für den Mitgiftjäger Ochs auf Lerchenau die Silberne Rose überbringen soll, geschieht das Unaufhaltsame: Brautwerber und Braut verlieben sich. Mit einer komödiantischen Maskerade schaltet Octavian seinen Auftraggeber aus. Die Feldmarschallin erscheint, um den entstandenen Trubel aufzulösen – und sie gibt Octavian frei.

Musikalische Leitung Tomáš Netopil | Inszenierung Anselm Weber
Bühne Thomas Dreißigacker | Kostüme Bettina Walter
Choreinstudierung Jens Bingert

Wiederaufnahme Samstag, 28. Januar 2017, 18:00 Uhr, Aalto-Theater
Weitere Vorstellungen 5., 18. Februar 2017, Aalto-Theater

Gefördert von der NATIONAL-BANK AG und der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

mehrmusik
ein Kanadier in Essen
Dem Essener Publikum hat er sich in den letzten Jahren schon in verschiedenen Produktionen (unter anderem in den Premieren von „Le Grand Macabre“ und „Die schweigsame Frau“) vorgestellt – seit dieser Spielzeit ist er nun fest im Ensemble: der kanadische Bariton Karel Martin Ludvik. In einem vielseitigen, zutiefst persönlichen Programm gewährt er bei „mehrmusik“ musikalische Einblicke in seine kanadisch-europäischen Wurzeln. Das viersprachige Programm umfasst dabei Klassiker des Lied-Repertoires von Antonín Dvořák und Johannes Brahms ebenso wie Raritäten von Gerald Finzi und Jacques Ibert. Der Mann am Klavier ist Christopher Bruckman. Mit der Reihe „mehrmusik“ schaut das Aalto-Theater über den Tellerrand des klassischen Liederabends hinaus: Im Zentrum steht jeweils ein ausgewähltes Thema, das in ironischen Brechungen, schwelgerischem Untermalen oder karikierendem Gegenüberstellen neue Blick- und Hörwinkel eröffnet.
Montag, 30. Januar 2017, 19:30 Uhr, Foyer des Aalto-Theaters

Dirigent Tomáš Netopil // Foto: Peter Adamik
Dirigent Tomáš Netopil // Foto: Peter Adamik

Essener Philharmoniker

NEUJAHRSKONZERT: BEETHOVENS NEUNTE
„Alle Menschen werden Brüder“ – mit dieser Botschaft und Beethovens neunter Sinfonie gehen die Essener Philharmoniker ins neue Jahr. Gemeinsam mit Solisten des Aalto-Theaters und dem Philharmonischen Chor Essen erklingt das monumentale Werk unter der Leitung von Generalmusikdirektor Tomáš Netopil. Beethoven war sich lange Zeit nicht sicher, ob er den finalen Satz rein instrumental komponieren oder noch um die vokale Dimension erweitern sollte. Glücklicherweise kombinierte er seine Ideen: eine konsequent progressive Sinfonie mit dem ersehnten Wunsch, die Schillerʼsche „Ode an die Freude“ zu vertonen. Durch diese Grenzüberschreitung sprengte Beethoven nicht nur alle tradierten Gattungskonventionen, sondern ebnete auch der großen romantischen Sinfonie ihren Weg. Aber noch viel wichtiger: Er vermittelte einen tiefen Humanitätsgedanken: „Seid umschlungen, Millionen! Diesen Kuss der ganzen Welt!“
Sonntag, 1. Januar 2017, 18:00 Uhr, Philharmonie Essen, Alfried Krupp Saal

 

5. Sinfoniekonzert
BRUCKNER 7
Mozarts letztes Solokonzert ist eines seiner populärsten: Zwei Monate vor seinem Tod komponierte er im Oktober 1791 das Klarinettenkonzert A-Dur. Im 5. Sinfoniekonzert der Essener Philharmoniker geht das Werk unter der Leitung von Generalmusikdirektor Tomáš Netopil eine einzigartige Liaison mit einem Schwergewicht des romantischen Orchesterrepertoires ein – der siebten Sinfonie von Anton Bruckner. Solist in Mozarts meisterhaftem Spätwerk ist Andreas Ottensamer. Der Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker gestaltet in dieser Spielzeit die RuhrResidenz des renommierten Orchesters im Rahmen des Konzertprogramms der Philharmonie Essen mit. „Feinstes, blattgolden schimmerndes Pianissimospiel“ wurde ihm von der Musikkritik bescheinigt, „wunderbar ausgesungene, weite Melodiebögen, die jede Sopranistin vor Neid erblassen lassen“. Anton Bruckner widmete seine siebte Sinfonie Richard Wagners Gönner Ludwig II. Drei Wochen nach dem Entwurf des zweiten Satzes starb Wagner am 13. Februar 1883. Bruckner hatte gerade den Höhepunkt des Adagios komponiert. Die darauffolgende Coda bildet eine Art Trauermusik für den verehrten Meister.
Donnerstag/Freitag, 5./6. Januar 2017, 20:00 Uhr
Philharmonie Essen, Alfried Krupp Saal
Karten T 02 01 81 22-200 | tickets@theater-essen.de | www.theater-essen.de

*Titelfoto: Szenenfoto „Der Rosenkavalier“ Essen, Aalto-Theater (Foto: Matthias Jung)

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