Alfried-Krupp-Saal / Foto DAS OPERNMAGAZIN

Aalto-Musiktheater & Essener Philharmoniker Höhepunkte April 2017

Aalto-Theater Essen-Foto:  Bernadette Grimmenstein
Aalto-Theater Essen-Foto: Bernadette Grimmenstein

Aalto-Musiktheater & Essener Philharmoniker Höhepunkte April 2017 

Aalto-Musiktheater

Premiere

Le Prophète

Oper von Giacomo Meyerbeer

Einer der größten Opernerfolge des 19. Jahrhunderts steht als vierte Spielzeit-Premiere auf dem Programm: Mit „Le Prophète“ präsentiert das Aalto-Musiktheater am Sonntag, 9. April 2017, um 16:30 Uhr erstmals ein Werk von Giacomo Meyerbeer. Die spektakuläre Grand Opéra, in der ein Anführer der Wiedertäufer im Mittelpunkt steht, spielt in der Zeit der christlichen Reformationsbewegungen. Das Aalto-Theater leistet damit einen bedeutenden künstlerischen Beitrag zum Reformationsjahr 2017. Regie führt Vincent Boussard, der in den vergangenen Jahren an vielen großen Opernhäusern (u. a. Bayerische Staatsoper, Königliche Oper Stockholm) und bei internationalen Festivals (u. a. Aix-en-Provence, Osterfestspiele Salzburg) auf sich aufmerksam machen konnte. Für die Titelpartie des Jean de Leyde konnte der amerikanische Tenor John Osborn gewonnen werden, der mit seinen Interpretationen von Belcanto-Partien sowie französischen Opern auf den Bühnen zwischen Met und Salzburg für Furore sorgt. Als dessen Mutter Fidès ist die ebenfalls aus den USA stammende Mezzosopranistin Marianne Cornetti zu erleben, die man an der Mailänder Scala als Amneris in Verdis „Aida“ ebenso bewundern konnte wie am Royal Opera House Covent Garden und wiederum an der Scala als Ulrica in Verdis „Maskenball“. Die musikalische Leitung hat Giuliano Carella, Generalmusikdirektor der Opéra de Toulon und dem Essener Publikum bereits aus „Nabucco“ und „Tosca“ bekannt.

Historische Vorlage für das Libretto von Eugène Scribe ist das sogenannte Täuferreich von Münster im 16. Jahrhundert und dessen selbsternannter König Johan von Leiden. Meyerbeers Jean de Leyde ist scheinbar Täter und Opfer zugleich. Die Willkür, mit der von der Obrigkeit seine geplante Hochzeit unterbunden wird, hebt seine Welt aus den Angeln. Er lässt sich von den Wiedertäufern rekrutieren, wird zum Propheten proklamiert und steigt schließlich zur Gallionsfigur dieser Bewegung auf. „Le Prophète“ ist eine Oper über die Verstrickungen von religiösem Fanatismus und säkularem Machtmissbrauch, von Privatsphäre und Staat. Zu der dramatischen Handlung schrieb der deutsche, aber europäisch orientierte Komponist Meyerbeer eine prunkvolle Musik, in welcher der Kunstgeist Frankreichs sich mit deutschen und italienischen Einflüssen zu etwas Neuem zusammenfügt. Den Musikgeschmack des Publikums traf er damit wie kein anderer: Als Meister der Grand Opéra galt Meyerbeer Mitte des 19. Jahrhunderts als berühmtester Komponist seiner Zeit.

Grundlage der Aufführung ist die kritische Neuedition der Oper, die von Matthias Brzoska, Professor an der Folkwang Universität der Künste Essen, erstellt worden ist. Zur Einführung bietet das Aalto-Theater am Mittwoch, 5. April 2017, um 16:30 Uhr einen Vortrag von Matthias Brzoska an. Eintritt frei.

Musikalische Leitung Giuliano Carella | Inszenierung Vincent Boussard | Bühne Vincent Lemaire

Kostüme Vincent Boussard, Elisabeth de Sauverzac | Choreinstudierung Jens Bingert

Kinderchoreinstudierung Patrick Jaskolka | Dramaturgie Christian Schröder

Jean de Leyde John Osborn | Fidès, seine Mutter Marianne Cornetti | Berthe, Jeans Verlobte

Lynette Tapia | | Zacharie Tijl Faveyts | Graf von Oberthal Karel Martin Ludvik | Jonas Albrecht Kludszuweit | Mathisen Pierre Doyen

Opernchor des Aalto-Theaters | Essener Philharmoniker

Einführungsmatinee Sonntag, 2. April 2017, 11:00 Uhr, Aalto-Theater

Premiere Sonntag, 9. April 2017, 16:30 Uhr, Aalto-Theater

Weitere Vorstellungen 13., 16., 23., 26., 29. April; 5., 11., 14. Mai 2017

Zu jeder Vorstellung findet eine halbe Stunde vor Beginn ein Einführungsvortrag im Foyer statt.

Gefördert von der Brost-Stiftung.

Szenenfoto „Nabucco“ (Foto: Saad Hamza)
Szenenfoto „Nabucco“ (Foto: Saad Hamza)

Wiederaufnahme

Nabucco

Oper von Giuseppe Verdi

Der erste große Erfolg Giuseppe Verdis als Opernkomponist kehrt auf die Bühne des Aalto-Theaters zurück: „Nabucco“ mit seinem berühmten Gefangenenchor „Flieg, Gedanke“ feiert am Samstag, 15. April 2017, um 19 Uhr in der Inszenierung von Andreas Baesler seine Wiederaufnahme. Zwei weitere Vorstellungen folgen am 22. April und 7. Mai 2017. Als Abigaille ist Katia Pellegrino zu erleben, die in dieser Rolle vor drei Jahren am Aalto-Theater debütierte und dort in der Zwischenzeit als Norma für Begeisterungsstürme gesorgt hat. In den weiteren Hauptpartien sind Heiko Trinsinger als Nabucco und Almas Svilpa als Zacharias zu erleben. Die musikalische Leitung hat der litauische Dirigent Modestas Pitrėnas.

Zu dem Zeitpunkt, als Giuseppe Verdi das Libretto zu „Nabucco“ von Temistocle Solera durch den Impresario der Mailänder Scala Bartolomeo Merelli angeboten bekam, wollte der junge Komponist wegen des Fiaskos seines letzten Werkes „Un giorno di regno“ eigentlich keine Opern mehr schreiben. Seinen eigenen Worten zufolge warf er daher nur einen flüchtigen Blick auf das Manuskript, wobei ihm die Zeile „Va pensiero sull’ali dorate“ ins Auge fiel: Die Verse inspirierten ihn zu dem berühmten Chor der hebräischen Gefangenen, der später zur heimlichen Hymne des Risorgimento, der Schaffung des geeinten italienischen Nationalstaates, werden sollte.

Musikalische Leitung Modestas Pitrėnas

Inszenierung Andreas Baesler | Bühne Harald B. Thor | Kostüme Alfred Mayerhofer

Choreinstudierung Patrick Jaskolka

Wiederaufnahme 15. April 2017, 19:00 Uhr

Weitere Vorstellungen 22. April; 7. Mai 2017, Aalto-Theater

Gefördert von der NATIONAL-BANK AG.

Ks. Doris Soffel (Klytämnestra), Rebecca Teem (Elektra) -  Matthias Jung, Erftstadt
Ks. Doris Soffel (Klytämnestra), Rebecca Teem (Elektra) – Matthias Jung, Erftstadt

Wiederaufnahme

ELEKTRA

Oper von Richard Strauss

Mit Richard Straussʼ einaktiger Tragödie „Elektra“ nimmt das Aalto-Musiktheater ein zentrales Werk des deutschen Opernrepertoires wieder auf den Spielplan. Regie führt David Bösch, der viele Jahre mit seinen Inszenierungen am Schauspiel Essen für Aufmerksamkeit sorgte, sich aber auch immer wieder der Oper gewidmet hat (etwa Donizettis „Liebestrank“ an der Bayerischen Staatsoper). Bösch rückt die post-traumatischen Störungen Elektras und ihrer Geschwister als Folge des fatalen Vatermords ins Zentrum. Die Optik dieser Produktion (Bühne: Patrick Bannwart, Maria Wolgast) verräumlicht das archaische Prinzip der Blutrache und zeigt drastisch konkret, was die alpträumende Mutter Klytämnestra zu verantworten hat. In der Titelpartie der Elektra ist Rebecca Teem zu erleben, die auch in den Premierenvorstellungen in der vergangenen Spielzeit glänzen konnte. Darüber hinaus konnte sich die Sopranistin am Aalto-Theater bereits als Brünnhilde in Wagners „Walküre“ und „Götterdämmerung“ sowie kürzlich auch in „Tristan und Isolde“ in Szene setzen. Die Sopranistin Anna Gabler, bislang mit Auftritten unter anderem bei den Salzburger Festspielen als Eva in Wagners „Meistersingern“, übernimmt die Partie der Chrysothemis. Ulrike Schneider, Ensemblemitglied am Staatstheater Kassel, ist als Klytämnestra zu erleben. Die Essener Philharmoniker spielen unter der Leitung ihres Chefdirigenten Tomáš Netopil.

Musikalische Leitung Tomáš Netopil | Inszenierung David Bösch | Bühnenbild Patrick Bannwart, Maria Wolgast | Kostüme Meentje Nielsen | Licht Michael Bauer

Dramaturgie Markus Tatzig | Choreinstudierung Patrick Jaskolka

Wiederaufnahme 30. April 2017, 18:00 Uhr

Weitere Vorstellungen 25. Mai; 5. Juni 2017, Aalto-Theater

Eine Koproduktion mit der Opera Vlaanderen Antwerpen/Gent.

Gefördert von der Sparkasse Essen.

Foto Sebastian Klinger, Solist im 9. Sinfoniekonzert (Foto: Georg Thum)
Foto Sebastian Klinger, Solist im 9. Sinfoniekonzert (Foto: Georg Thum)

Essener Philharmoniker

9. Sinfoniekonzert

ROKOKO-VARIATIONEN

Ein russisches Programm erwartet das Publikum im 9. Sinfoniekonzert der Essener Philharmoniker: Am Donnerstag/Freitag, 20./21. April 2017, um 20 Uhr in der Philharmonie Essen prallen mit Pjotr I. Tschaikowski und Dmitri Schostakowitsch zwei musikalische Welten aufeinander. In seinen „Rokoko-Variationen“ für Violoncello und Orchester huldigte Tschaikowski der Wiener Klassik. Privat und beruflich befand sich der Komponist in den 1870er Jahren in einer Tiefphase. Mit den hellen und unbekümmerten Variationen flüchtete er gleichsam in eine andere Welt. Solist in diesem Werk ist der Cellist Sebastian Klinger, der 2001 den Deutschen Musikwettbewerb gewann und inzwischen mit namhaften Orchestern wie dem Orchestra dellʼAccademia Nazionale di Santa Cecilia und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks musiziert. Schostakowitsch musste sich weniger den eigenen Geistern als den realen politischen Bedrohungen stellen. Er vollendete seine siebte Sinfonie, sein heute bekanntestes Werk, in den Wochen nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion und widmete sie unter anderem dem „Kampf gegen den Faschismus“. Traumverloren-Kammermusikalisches kontrastiert Schostakowitsch immer wieder mit Militärgerassel. Die ersten Aufführungen fanden unter Bombenangriffen statt, doch die Zuhörer weigerten sich stets, sich in die Schutzräume zu begeben und das Konzert zu beenden. Zu stark waren die Macht und Ausdruckskraft dieser Musik. Am Pult der Essener Philharmoniker steht Pedro Halffter, Künstlerischer Leiter des Teatro de la Maestranza in Sevilla und seit 2004 Chefdirigent des Orquesta Filarmónica de Gran Canaria.

Donnerstag/Freitag, 20./21. April 2017, 20:00 Uhr

Philharmonie Essen, Alfried Krupp Saal

Karten T 02 01 81 22-200 | tickets@theater-essen.de | www.theater-essen.de

*Titelfoto: Alfried-Krupp-Saal / Foto DAS OPERNMAGAZIN 

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